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Schiffkowitz & Schirmer
Tour 2020
   
Schiffkowitz & Schirmer 2020

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Sie singen Bilder!

   27.11.04, Salzburg, Salzburgarena
   hinzugefügt am 29.11.2004  von Riky

SIE SINGEN BILDER! Bilder, die durch ihre Musik und ihre Texte in unseren Köpfen entstehen. Wir brauchen nur die Augen zu schließen, schon sind wir am schönen Strand in Griechenland und spielen mit ‚nem Stein, sehen ein Pferdefuhrwerk auf der Brücke über der Autoput, bekommen Fernweh und sehnen uns nach der weiten Welt, beobachten, wie sanfte Schatten rund um’s Kerzenlicht tanzen, spüren die Liebe bis in die Zehenspitzen oder merken, dass sich die Liebe nicht aussisperren lässt und man nimmt sich endlich „Zeit für uns“.

SALZBURG, mein zweites Konzert von der diesjährigen Tournee, und ich komme aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Bereits am Nachmittag habe ich mich mit Sori und Karl in der Altstadt getroffen und sind trotz des Regens durch die Altstadt gebummelt, haben einen gemütlichen Kaffee im „Schatz“ eingenommen und haben festgestellt, die ganze Salzburger Innenstadt ist ein einziger Adventmarkt. Dann haben wir uns auf den Weg zur Salzburgarena gemacht. Bereits 2 Stunden vor Beginn sind wir dort eingetroffen und konnten noch einige Minuten vom Soundcheck genießen. Dort sind wir dann auch auf Herbi & Co und Andi gestoßen. Die Zeit bis zum Beginn ist mit Reden, Diskutieren und Lachen irrsinnig schnell verflogen. Am Entersound-Stand habe ich dann auch noch eine original signierte Steinbäcker-CD („freu“) erstanden. Andi war so nett und hat noch jeweils von Herbi, Karl und mir eine STS-CD mitgenommen, um sie später eventuell von den 3 Herren signieren zu lassen (ich hoffe, es hat geklappt). Nach dem Konzert haben wir (Sori und Karl, Herbi & Co und ich) den Abend noch in einem Salzburger Pub ausklingen lassen.

Von der Salzburgarena bin ich total begeistert, sie ist ein absolut würdiger Rahmen, hat ein ganz besonderes Flair, eine tolle Atmosphäre, eine fantastische Ausstrahlung, auch die Akkustik habe ich gut empfunden, wobei ich natürlich nicht von der Tribune sprechen kann, da ich das Glück hatte und in der 1. Reihe saß.

Kurz nach 20 Uhr war es dann endlich soweit, STS und die Band betraten die Bühne. Mit „Herzverbunden“ und „Für ein paar Stunden“ begann ein wunderbares Konzert. Danach gab es wie gewohnt die Begrüßung. Diesen Moment hat Sori aufgeregt erwartet, hat sie doch für Steinbäcker ein kleines Geburtstagsgeschenk (dafür hat sie die ganze Altstadt von Salzburg nach den wirklich Original-Salzburger-Mozartkugeln abgesucht) mitgebracht und dann vor ihm auf die Bühne gelegt, für das er sich auch am Ende der 1. Halbzeit mit Gesten in Richtung Sori und Karl herzlich bedankt hat.

Nach den immer wieder einmal auftretenden Meinungen, dass STS insbesondere Steinbäcker eher lustlos gewirkt hätten, habe ich dieses Mal besonders aufgepasst. Kann dem aber wirklich nicht zustimmen, ich fand sie waren sehr gut gelaunt, haben auch immer wieder auf gewisse Stimmungen im Publikum reagiert, besonders hat mir gefallen, wie Schiffkowitz beim griechischen Part von „Xenos“ fast aus dem Rhythmus gekommen wäre, als Herbis’ Bruder plötzlich die griechische Fahne in die Höhe gehalten hat. Und das Steinbäcker immer wieder seinen Platz verlässt, hat mich eigentlich noch nie gestört, soweit ich mich erinnern kann, hat er das ja immer schon, jedenfalls auf den letzten Tourneen gemacht. Ist vielleicht seine Art mit seinem Lampenfieber fertig zu werden?

Ganz besonders gut gefallen haben mir dieses Mal zwei Lieder vom Schiffkowitz, und zwar „Die Liebe“ und „Weit ist die Welt“, seine Stimme war hier so besonders klar und es kam dabei soviel Gefühl und Aussagekraft rüber, dass es eigentlich unbeschreiblich ist. Von der atemberaubende Stimme Timischls habe ich ja schon beim Sinabelkirchen-Konzert geschrieben und kann nur hinzufügen, einfach umwerfend. Dann wäre natürlich noch Steinbäcker, bei dessen Musik und Texten ich einfach ins Schwärmen gerate. Genial der Song „I denk, wenn i denk“, der mich jedes Mal auf’s Neue faszniert, dann „Lass fließen die Zeit“, das mich gerade in der heutigen, hektischen Zeit immer wieder zum Innehalten anregt und „So frei, wie man sein kann“: also wenn da einer sagt, dass Steinbäcker bei diesem Lied lustlos gewesen wäre, dann ist ihm nicht zu helfen, da war doch so viel Power drinnen, da spürte man doch das Feuer, das Gefühl, mit dem dieses Lied geschrieben worden ist.

Besonders erlebe ich aber die Lieder, die sie allein mit ihren Gitarren uns darbieten. Vor allem haben sie meiner Meinung nach die richtigen dafür ausgewählt, wie schön hört sich da „Immer weiter fort“, „Irgendwann bleib i dann dort“ und das unvergessliche „Sie wissen all’s besser“ an. Die Solo-Einlagen von Steinbäcker und Schiffkowitz mit der doch sehr interessanten Moderation vom Steinbäcker – steht ihm eigentlich auch ganz gut – haben bei mir wieder einmal das Bedauern hervorgerufen, dass Timischl noch kein Solo-Projekt in Angriff genommen hat. Wäre sicher eine Überraschung gewesen, wenn Steinbäcker und Schiffkowitz gemeinsam den Timischl angekündigt hätten („lächle“).

Die Stimmung in der Halle war fantastisch, natürlich war es in der ersten Hälfte etwas ruhiger, aber das machen auch die Lieder aus, die sind einfach schön zum Zuhören, zum Genießen, zum Fühlen, zum Träumen und zum Schmunzeln. Dafür konnten sich alle im zweiten Teil ab Großvater, Sori und Karl haben den Anfang gemacht, nicht mehr auf den Sitzen halten, alle – und ich meine wirklich alle – haben sich erhoben und haben nach vorne gedrängt, bereits beim „Kalt und kälter“ hat Steinbäcker gerufen, jetzt singt’s ihr weiter und bei „Fürstenfeld“ haben dann sowieso schon alle mitgesungen. „Fahr auf’s Land mit mir“, eines der ältesten Lieder überhaupt, war bei den Zugaben sicher ein Volltreffer. Als Abschluss kam dann wieder mein Lieblingslied vom Timischl „Auf a Wort“, das zeigt, wie wenig Worte es manchmal braucht, um viel auszusagen.

Die Einlage vom Scheibmaier mit der Geburtstagstorte und den vielen brennenden Kerzen für Steinbäcker war auch sehenswert, vor allem weil sich die Kerzen nicht ausblasen lassen wollten und Steinbäcker es dann aufgegeben hat. Alle auf der Bühne und natürlich die ganze Halle haben „Happy Birthday“ gesungen und Schiffkowitz hatte plötzlich seine Kamera in der Hand.

Jetzt komme ich aber zum Schluss, ich hoffe, es ist euch nicht zu lang geworden, aber dieses Konzert war einfach ein „Hammer“ (wie meine Kinder sagen würden), tolle Atmosphäre, tolle Stimmung, eine tolle Band – Ewald Beit, Gerd Wennemuth, Wolfram Abt und der fantastische Franz Zettl - , tolle Lieder, tolle Musik, einfach unbeschreiblich. STS hat wieder einmal gezeigt, dass das „Feuer immer noch brennt“, einfach deswegen, weil sie alle von 8 bis 80, wahrscheinlich auch darunter und darüber, ansprechen, es ist immer für jeden etwas dabei, sie sprechen einem aus der Seele, sie erzählen und lassen uns teilhaben an ihren Gedanken und Gefühlen.

… und dafür danke ich Gert Steinbäcker, Günther Timischl und Schiffkowitz.

Liebe Grüße

Riky

P.S.: … ob sich irgendwo ein falscher Ton eingeschlichen hat, ob etwas zu langsam oder zu schnell gespielt wurde oder ob irgendeiner zu laut oder zu leise gespielt oder gesungen hat, da will ich nicht mitreden, das lass ich andere beurteilen. Für mich ist bei einem Konzert immer der Gesamteindruck wichtig, ich will die Musik und die Lieder hören, will dabei etwas fühlen, will mich einfach darin auch verlieren können, will, dass mir die Gänsehaut über den Rücken läuft. Das ist alles natürlich nur subjektiv, eben meine Meinung, ich brauche keine 100%ige Musik, denn dann würde das Gefühl fehlen und manche kleine Fehler sind für mich nur ein Pluspunkt, weil es ja Menschen, hier sogar besonders liebenswerte Menschen, sind.

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