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Schiffkowitz & Schirmer
Tour 2020
   
Schiffkowitz & Schirmer 2020

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Do samma wieder

   11.12.04, Linz, Intersport Arena
   hinzugefügt am 12.12.2004  von giftler

"Ich sitz im Taxi 17:30 hör wiar da Regn aufs Autodachl klopft
In jedem Sender erzählns da fleißig, es is die ganze Innenstadt verstopft

Es geht nix weita 18:20
dabei wollt i grad heite pünktlich sei
mei Foahra locht weil er entspannt sich
schoit er sei Reagge-Music ei"

So manch einer, der gestern in die Sporthalle (oder neudeutsch Intersportarena) zu STS wollte, hatte wohl zuerst diese Melodie von Rainhard Fendrich im Ohr. Ab 19:00 Uhr war die Stadtautobahn in Richtung Zentrum gesperrt, und auf der Gugl herschte ein ziemliches Verkehrschaos. Schließlich doch einen Parkplatz beim Botanischen Garten gefunden, stellte sich die Frage, ob sich die Akkustik in der Sporthalle durch den Umbau verbessert hat oder nicht. Mantel an der Garderobe deponieren und der ertste Blick ins neue high-tech Oval mit viel Glas zeigen eine bereits gut gefüllte Halle. Je weiter ich mich meinem Sitzplatz in den vorderen Reihen nähere, desto mehr Bedenken steigen in mir auf, ob ein Platz so weit vorne eine gute Wahl war. Die Bühne ist eineinhalb Meter hoch, von Reihe 1 bis zur Bühne sind es gut 6 Meter Abstand.

Um etwa 20 nach acht setzt sich neben mir in den Mittelgang Dietmar Lipkovich auf den Boden und schraubt an seiner Kamera herum. Finster wirds im Saal, die Herrschaften kommen unter Beifall auf die Bühne. Günter Timischl greift zu seiner Guild, Ewald Beit stimmt am Akkordeon die ersten Töne zu Herzverbunden an, Gert Steinbäcker trommelt fast übermütig auf den Bongas herum. Dietmar Lipkovich knipst und hat sichtlich viel Freude an den sechs Metern Bewegungsfreiraum zur Bühne. Laß fließen die Zeit und dann folgt die traditionelle Begrüßung. "Leider, es hat sich net vermeiden lassen - do samma wieder. Früher hätt' ma gsagt 'jung, fesch und dynamisch', heut sag'n ma 'fesch und dynamisch". Darauf folgt 'für a paar Stunden' und 'so frei, wie ma sein kann'. Irgendwie hat sich die Akkustik nach dem Umbau doch nicht wirklich verbessert, hoffentlich hat Ulli aus dem Forum hier einen besseren Platz. Zumindest wünsch ichs ihr, weil sie sich doch so auf dieses Konzert gefreut hat. Danach plaudert Schiffkowitz wieder vom Probelokal und daß das wie in der Schule sei, wenn man nach längerer Zeit sich dort wieder triff. Man ist nervös. Kann man noch miteinander? Hat man sich musikalisch was zu sagen? Brennt das Feuer noch? "Man beginnt dann zu musizieren und erkennt, daß es noch ganz gut geht. Dann musiziert man weiter und tastet sich gegenseitig ab - (gespannte Ruhe in der Halle) - ähm, musikalisch gemeint, nicht so wie in St. Pölten." Günter Timischl (tschuldigung für den Ausdrck) vergenußzwergelt seine Guild förmlich beim 'Feuer' und auch mir fällt es schwer, die Füße stillzuhalten. Schiffkowitz spielt auf der roten Guild und Gert klopft wieder and den Trommeln. Am Schluß läßt Timen einen lauten Juchizer loß, die drei sind an diesm Abend außerordentlich gut gelaunt. Als nächstes klopft Gert Wennemuth 'die ganze Welt' ein. Wolfram Abt fällt mit dem Bass ein und Günter Timischl schlägt den ersten Akkord an. Der Beginn bei diesem Lied ist schon eine starke Sache, vor allem da er etwas anders als auf der CD ist. Danach ergreift Gert das Mikrofon und präsentiert Schiffkowitz:"Er hat ja gsungan 'so frei, wie ma sein kann' und war immer auf seine Freiheit bedacht. Und dann sitzt da so ana mit am Boart neben iam und auf da andern Seitn so ana mit lange Hoar. Oba mir ham nix gsagt, wir wolln ja net des Betriebsklima verschlechtern und lassen erm sei Freiheit." Alle verlassen die Bühne, nur Wolfram Abt bleibt. Schiffkowitz greift zur Larivee und spielt 'und warum'. Danach kommen wieder alle auf die Bühne und Schiffkowitz erklärt, daß ja auch bereits Gert Steinbäcker drei Soloprojekte in Form von Alben produziert hat. Er versucht geschickt Gert zu häckeln und streut ihm dabei auch Rosen. Beifall bekommt Gert für seine drei Alben und als Schiffkowitz Steinbäckers 'O Xenos' anspricht, sind erneut Beifall und Jubelrufe zu vernehmen. (Anscheinend sind ein paar eingefleischte Steinbäckerianer im Saal). Von hinten haben sich in der Zwischenzeit von den dreien unbemerkt Ewald Beit und Wolfram Abt zum Mikro bei den Trommeln geschlichen und gröhlen "oh yeah" ins Mikrofon. Schiffkowitz ist derart überrascht, daß er sich aufgeschreckt umdreht und die drei verwundert anstarrt. Dann bricht er in Gelächter aus und wünscht Gert noch viele weitere Silberlinge. Der Beweihräucherte kann sich ein Grinsen nicht verkneifen und schnappt sich seine Takemine (interessant sind hier die Einlegearbeiten beim Schalloch -> der ist Griechenlandfan!) und Franz Zettel spielt los. Nach 'Wohin die Reise' stellte sich Gert Steibäcker wieder zu den Trommeln, Günter Timischel schnappt sich die elektrische Fender und Schiffkowitz die 12-saitige und stimmte 'die Liebe' an. Schiffkowitz war etwas irritiert, er hörte seine Gitarre nicht, spielte aber trotzdem weiter. Sie war wirklich nicht zu hören, Gogo Jesernik hirschte nervös über die Bühne und überprüfte dort und da die Stecker - leider vergeblich. Doch die Band übertönte alles und Schiffkowitz saß inmitten des Geschehens und spielte 'playback' :-). Nach Timischls gefühlvoller 'Zeit' kündigte Schiffkowitz noch 'I bin aus Österreich' an.

Nach der Pause gings mit 'Gö, du bleibst heut Nacht bei mir' weiter, der Boden im Mittelgang war inzwischen gut besetzt, die Stimmung war gleich wieder oben, und anschließend spielte Timischl das 'Wunder meiner Seligkeit'. Dann kommt wieder eine von Schiffkowitzs Anekdoten. "Der Kollege und Freund Günter Timischl ist ja ein sehr heimatverbundener Mensch und fahrt am liebsten heim nach Fürstenfeld." - Getose im Saal - "Für ihn ist alles, was außerhalb der Ortstafeln von Fürstenfeld ist, Tourneegebiet. Bei mir ist das genu umgekehrt." Er malt förmlich sein Bild vom vollbeladenen Pferdefuhrwerk über dem/der Autoput, das sich langsam im letzten Abendlicht über die Brücke bewegt, während darunter die Autos dahinbrausen. es folgt 'Weit ist die Welt' und danach Timischls 'Vulkan'. Danach verlassen alle außer Wolfram Abt wieder die Bühne, Gert Steinbäcker greift zu seiner halbakkustischen Takemine und die vier spielen 'i denk wenn i denk'. Im Anschluß erklärt Schiffkowitz die Sache mit der Zeit ohne Band: "Wir drei da heroben, die anderen drei im Publikum. Aber wir freuen uns, daß ihr unüberschaubar geworden seids." Schließlich verschwindet auch Wolfram Abt und die drei spielen 'Immer weiter fort'. Günter Timischl geht dabei wieder voll auf und jubelt ind Mikrofon. Großer Jubel erfüllt den Saal, als sich Gert zum Mikro beugt und die Worte 'Der letzte Sommer' hineinsingt. Mehr konnte man von meinem Platz aus nicht verstehen, in diesem Moment war das Publikum zu laut. Im Anschluß schnappte sich Timischl wiedr die 12-saitige und stimmte 'Sie wissen alles besser' an, während des Liedes fand sich auch die Band wieder auf der Bühne ein. Das Publikum jubelte und beim 'Großvater' (Steinbäcker an der roten Yamaha) standen die ersten beiden Mädels aus der ersten Reihe auf und überwanden die erwähnten 6 Meter. Nach kurzem Zögern kam dann doch Bewegung in die Halle und der Platz vor der Bühne füllte sich recht schnell. Also auf nach vorn. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, daß die Akkustik weiter oben viel besser war als in dem 'Graben' der ersten Sitzplatzreihen. Bei 'Kalt und kälter' hab ich dann schließlich aufgegeben, zu verstehen, was der Mann da an Akkorden greift. Timischl spielte mit Capo am vierten Bund und in den bekannten Griffen, das wird für mich auch in zukunft reichen.

Als Zugaben gab es noch 'Da kummt die Sunn' und ein rockiges 'Fahr mit mir aufs Land'. Danach griff Steinbäcker zur Mundharmonika und es folgte der Bierzelt- und Schihüttenheuler 'Fürstenfeld'. Günter Timischl bremste die gröhlende Fanschar vor der Bühne etwas ein:"Lossts eich Zeit!", und im Zwischenspiel stellte Schiffkowitz noch die Band vor. Als zweite und letzte Zugabe folgte noch der (bereits beim SommeropenAir 2002 hochumjubelte) 'Nachbar' und schließlich 'Auf a Wort'. Franz Zettel durfte sich noch einmal am Gebläse austoben und schließlich gabs einen fulminanten Schlußapplaus.

Herzlichen Dank and die Buam aus der Steiermark und ich freu mich schon aufs kommende DIF.

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