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Schiffkowitz & Schirmer
Tour 2020
   
Schiffkowitz & Schirmer 2020

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HERZVERBUNDEN

   10.02.05, Graz, Stadthalle
   hinzugefügt am 18.02.2005  von Riky

HERZVERBUNDEN

Eigentlich wollte ich diese Mal keinen Bericht schreiben. Irgendwie hatte ich erwartet bzw. erhofft, ein anderer Fan würde den Stift in die Hand nehmen und einige Worte verewigen wollen. War es doch das letzte Konzert dieser Tournee. Da dies bis jetzt nicht geschah und ich der Meinung bin, dass gerade das Abschlusskonzert dieser Tournee eines Berichtes würdig ist, habe ich dann doch noch in die Tasten (nicht Klaviertasten) gegriffen.

Eine wunderbare Tournee ging mit dem Grazer Konzert zu Ende. Obwohl ich das letzte Konzert von der 20. Reihe aus erleben musste, habe ich diese 3 Stunden in vollen Zügen genossen. Natürlich war die Sicht nicht gerade berauschend, es fehlte sozusagen der Blickkontakt zu den drei Meistern (was sehr schade ist, denn das Mienenspiel von STS ist schon etwas ganz besonderes). Da ich die Mimik, das leichte Schmunzeln, nicht erkennen konnte, genoss ich ihre Musik teils mit geschlossenen Augen. Was braucht man eigentlich mehr? Vor dem inneren Auge entstehen dann sowieso die schönsten und interessantesten Bilder. Das macht eben die Musik von Steinbäcker, Timischl und Schiffkowitz aus, dass wir mit ihren Texten mitleben und mitfühlen, dass wir ihre Musik nicht nur hören, sondern auch spüren. Sie entführen uns in ihre Welt und bringen uns ihre Gedanken und Gefühle näher. Sie lassen uns teilhaben an ihren Träumen, sei es vom sonnigen Griechenland, der weiten Welt oder der heimatlichen Verbundenheit. Sie bewegen tausende, begeisterte Zuhörer, sprechen sowohl Junge als auch jung Gebliebene an. Ihre Texte beinhalten viele Themen, da wird über Fern- und Heimweh, die Zeit, die Freundschaft, die Liebe, aber auch über Drogen, einen lästigen Nachbarn und dem noch immer brennenden inneren Feuer diskutiert.

Die Stimmung in der nicht ganz optimalen Grazer Stadthalle war sehr gut, auch wenn es manchmal – vor allem bei den Moderationen – in den hinteren Rängen ein Echo gegeben hat. Vielleicht waren aber auch nur die Tontechniker der Meinung, dass die Ansagen vom gutgelaunten Schiffi es wert wären, doppelt gehört zu werden „smile“. Wie immer hat auch hier das erste „S“ das zweite „S“ mit seiner Solo-Nummer angekündigt. Je öfter ich sein Lied „und warum“ höre, desto besser gefällt es mir. Die Revanche für Steinbäckers’ Ansage machte dann Schiffi mit dem griechischen Part bei „Xenos“, wobei man eine kleine Vorstellung bekam, wie er in Griechenland mit den Einheimischen in ihrer Sprache über die Demokratie diskutierte. Timischl beeindruckte wie jedes Mal mit seiner klaren und klangvollen Stimme. Und Steinbäcker brachte mit seinen Liedern viele Schwingungen zum Klingen. Alle drei waren enorm gut drauf, unterstützt von den Bandmitgliedern und allen anderen Tourleuten. Also ich hatte wirklich das Gefühl, dass es ihnen sichtlich Spaß machte, auf der Bühne zu stehen und daher ihr Bestes gaben. Vor allem in den Erzählungen von Schiffkowitz konnte man immer wieder ein lustiges Lachen raushören. Steinbäcker schlenderte wie gewohnt auf der Bühne umher und plauderte einmal mit Ewald Beit und dann wieder mit Gerd Wennemuth (was sie sich wohl zu erzählen hatten?), Timischl holte aus seiner Gitarre sämtliche nur möglichen Klänge heraus und erinnerte uns mit einigen akrobatischen Einlagen manchmal an einen uns sehr bekannten King of Rock and Roll, Wolfram Abt begleitete mit seinem Bass gekonnt die drei Meister und Franz Zettl zeigte, wie sehr er seine Trompete beherrschte und welch grandioser Musiker er ist. Und das alles einen richtigen Rahmen erhielt, dafür sorgte wie immer mit seinen Moderationen unser Schiffkowitz.

In der zweiten Hälfte waren dann auch die Grazer und alle anderen Weitgereisten nicht mehr auf den Plätzen zu halten und stürmten bereits bei „Kalt und kälter“ zur Bühne. Da ging es dann zu wie in einem Hexenkessel. Die Hände wurden in die Höhe gestreckt, es wurde wie wild im Takt geklatscht und aus voller Kehle mitgesungen. Es brodelte und das Feuer brannte nicht nur bei unseren liebenswürdigen Musikern, sondern für diesen Abend auch bei allen Zuhörern. Da konnte man erleben, wie erstarrte Herren in grauen Anzügen plötzlich zu neuem Leben erwachten, wie bei Jugendlichen – die sonst allen zeigen wollen, dass sie nichts erschüttern kann – bei Großvater die Tränen über die Wangen liefen, wie sogar über die Gesichter der Sicherheitsleute, die sonst fast nie eine klitzekleine Regung erkennen lassen, ein leichtes Lächeln huschte und wie so manch’ zärtliche Hand die seines Partners suchte, als die Worte kamen „Und die Liebe möcht i bis in die Zehenspitzen spür'n“. Als dann die Lichter im Saal angingen, waren alle ein wenig traurig, dass dieser musikalische Abend bereits zu Ende war.

Bei dieser Tournee habe ich einige Titel besonders ins Herz geschlossen. Das waren:

„I denk, wann i denk“
Ursula und ich haben noch kurz vor Tournee gemeint, dass es für uns das Schönste wäre, wenn Steinbäcker dieses Lied singen würde – hurra, unser Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Ein kurzes aber umso tiefer gehendes Lied, das ich (man) einfach lieben muss.

„Weit ist die Welt“
Erinnert mich einfach an jene Zeit, in der man noch quer durch Jugoslawien musste, um nach Griechenland zu gelangen, diese nicht enden wollenden Stunden auf der oder den Autoput, diese enorme Weite neben der Straße und das Pferdefuhrwerk auf der Brücke, das man wirklich erblicken konnte.

„Zeit für uns“
„Wir werden immer Zeit für uns haben.“ Timischl versteht es immer wieder mit wenigen Worten auf den Punkt zu kommen.

„Immer weiter fort“
Ist es eine Mahnung an uns? Dass wir das Leben nicht mehr zurückdrehen können, dass wir Dinge nicht auf später verschieben sollen, da wir vielleicht es nicht mehr nachholen können?

„Und warum“
ein Song, den ich nach wie vor mit etwas gemischten Gefühlen höre, da ich eigentlich immer der Meinung war und noch immer bin, dass es nicht total egal ist, wer du warst und wie du g’lebt hast, was du gemacht hast und warum. Aber irgendwie gefällt er mir jedes Mal besser, sowohl von der Musik, als auch vom Text her: Er spricht mich an, aber ich weiß nicht warum, ich weiß nur, er wird mich noch etliche Zeit beschäftigen. Interessant wäre es für mich, wie Schiffi auf diese Zeilen gekommen ist und was er damit wirklich ausdrücken wollte.

„Lass fließen die Zeit“
Lass fließen die Zeit, lass rollen den Strom,
und was net daher schwimmt, schwimmt auch net davon
… und irgendeinen muss i würgen (der Gedanke kommt auch mir manchmal, nur schade, dass dann niemand da ist, den ich wenigstens in meinen Gedanken würgen kann – laufen, bis ich außer Atem bin, hilft dann aber auch). Bin sowohl von der Musik als auch vom Text begeistert.

„Auf a Wort“
9 Wörter mit denen alles gesagt ist, was eigentlich wichtig ist. Dieses Lied spricht für sich selbst.

Natürlich haben einige treue Fans (Claudia, Babsi und Roland mit zwei Freunden, Ursula, Susanne, Reinhard und ich) sich vor dem Konzert wieder zusammengefunden, um diese Stunden gemeinsam zu erleben. Eva und Markus wurden freudig begrüßt, die bei diesen Konzerten nicht mehr wegzudenken sind, mit denen wir uns immer gerne unterhalten und deren Fotos wir nachher begeistert in Augenschein nehmen. Roland, unser charmanter Oberorganisator hatte in Mürzzuschlag die tolle Idee, dem netten Gitarrenbackliner Herge mit dem fast unaussprechlichen Spitznamen (STS-Rolf , das geht auf dein Konto) ein Abschlusspräsent zu überreichen. So entstand ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Das-Lied-ist-zwar-noch-nicht-fertig-aber-Deine-Gitarre-will-ich-jetzt-schon-haben–Mann“ auf der Vorderseite und „Herge“ auf der Rückseite. Dieses wurde ihm dann auch vor Beginn des Konzertes feierlich von uns überreicht und Herge mit T-Shirt von Roland für die Ewigkeit abgelichtet. Den Ausklang des Abends feierten wir – wie schon beim 1. Grazer Konzert vor Weihnachten – im Humboldtkeller.

Für mich wird dieses letztes Jahr in meiner Erinnerung einen ganz besonderen Platz einnehmen. Nicht nur, dass ich fünf (Roland, da habe ich dich fast schon eingeholt) fantastische Konzerte erleben durfte, sondern ich habe dadurch auch ganz tolle und liebe Freunde dazu gewonnen. Genau vor einem Jahr habe ich mich auf der STS-Page registriert und seit dem viele angenehme und lustige Stunden mit Schreiben im Forum, bei Fan-Treffen und bei den besuchten Konzerten verbracht.

Ein ganz großes Dankeschön an Steinbäcker, Timischl und Schiffkowitz für eine ganz besondere Musik, für wunderbare Texte und für herrliche Konzerte.

Dankeschön auch an Eva und Markus, an alle Forums- und Fan-Treff-Teilnehmer.

Zum Schluss nur mehr eine Zeile aus dem Titel gebenden Song:

WIR SIND HERZVERBUNDEN, ABER WIE

Graz, am 10. Februar 2005

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