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Schiffkowitz & Schirmer
Tour 2020
   
Schiffkowitz & Schirmer 2020

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Jeder Augenblick ein Genuss

   31.10.07, Sinabelkirchen, Öffentl. Generalprobe
   hinzugefügt am 04.11.2007  von Riky

Steinbäcker und Timischl verlassen die Bühne, von der Band bleiben Ewald Beit und Franz Zettl, das Licht wird gedämpft, Schiffi sitzt vorn allein, die ersten Takte erklingen, im Saal wird es still, mir kommt die Gänsehaut hoch: „Unser letzter Tag“. Die fehlenden Streicher sind in meinem Kopf mit dabei. Alles andere um mich herum verschwindet, da ist dieses Lied, da ist Schiffi, da ist das aufgeschlagene Buch, da ist dieses wahnsinnige Gefühl zu wissen, ja so ist es, da ist Einsicht, da ist Wehmut, da ist Hoffnung, … und da bin ich. Genau dieses Bild und diese Stimmung wird für mich die emotionalste Erinnerung an die „Neuer Morgen-Tour“ sein. Dieser Song war bereits auf der CD eines meiner Lieblingslieder, aber ab jetzt ist es für mich die Nummer 1.

Sinabelkirchen hat eine Sonderstellung in jeder Tournee, nicht nur, dass es die Generalprobe ist, nein, es ist so etwas wie die Begegnung mit Freunden, die ich schon lange nicht mehr gesehen und auf die ich mich schon sehr gefreut habe. Da ist die Erwartung, was wird der Abend bringen, werde ich nach wie vor so begeistert sein und mit singenden Bildern nach Hause gehen? Da ist die Freude auf die neuen Songs, welche werden es den 3 Herren wert gewesen sein, in die Setliste zu kommen? Da ist das gute Gefühl, die Freunde aus der Fan-Gemeinde und Eva und Markus von Entersound wieder zu sehen und sich nach den Konzerten begeistert austauschen zu können. Da ist wieder das leichte Kribbeln vor lauter Vorfreude und Begeisterung.

Was hat also dieser Abend gebracht?

Unsere Meister in bester Stimmung, fröhlich, locker, liebenswert und gut gelaunt. Steinbäcker wirkte wie immer sehr cool und souverän, so als wäre er gerade von Griechenland auf einen Sprung nach Sinabelkirchen gekommen, um mit guten Freunden ein bisschen Musik zu machen. Seine legendären Spaziergänge auf der Bühne und seine Lässigkeit werden bei so manchem Besucher wieder den Eindruck erwecken, als wenn er nicht ganz bei der Sache wäre, und zu einigen Diskussionen führen. Aber die eingeschworenen Fans wissen es, dass ist Steinbäcker pur, so und nicht anders wollen wir ihn haben:-). Timischl, der Ruhepol, der sich sichtlich wohl in dieser kleinen Gemeinde fühlt, in seiner Umgebung, zeigt uns – sobald er zum Singen beginnt – wie seine Stimme den ganzen Saal zum Beben bringen kann. Und nun zu Schiffkowitz, immer sehr aufgeregt, hört man aus seinen ersten Worten die Freude auf den Beginn der Tour heraus, er begrüßt uns wie immer mit seinem typischen und sehr sympathischen Lächeln. Seine Moderationen, die nie irgendwie einstudiert klingen, sind ein Highlight bei den Konzerten. Immer witzig, nie fad oder peinlich, einfach menschlich und liebenswert. Da macht es auch gar nichts, wenn er sich plötzlich fragt, warum er sich gewisse Stichworte zu einer Moderation vermerkt hat, was er damit sagen wollte, fragend sieht er sich zu den Kollegen um, die nur den Kopf schütteln. Diese kleinen Hoppalas machen sie ja so sympathisch, dadurch wirken sie spontan und nicht einstudiert wie Roboter. So wie z. B. Schiffi meinte: „Wennemuth ist müde, er will schlafen gehen“, als dieser plötzlich hinter seinem Schlagzeug verschwand. Wie schon bei der letzten Tour werden sie begleitet von: „Herrn Professor“ Ewald Beit mit Keyboard und Akkordeon, Wolfram Abt - Bass, Gerd Wennemuth – Schlagzeug und Percussion, und der grenzgeniale Franz Zettl – Keyboard, Blasinstrumente.

Die Setliste ist eine gute Mischung aus alten und neuen Songs, durchwegs rund und harmonisch, gefühlvoll und heiter, kritisch und augenzwinkernd, um helle Begeisterung bei mir hervorzurufen. Vieler meiner Favoriten von der neuen CD wurden gespielt, viele neue „alte“, sowie auch ein Peter Rosegger-Beitrag, der nicht der einzige Tribut an unsere Steiermark bleiben sollte. Vor der Pause gab es das bereits traditionelle „I bin aus Österreich“, ein Lied, in dem der Stolz – Österreicher zu sein – ganz besonders hervorgehoben wird, und es ist zu spüren, dass sie es auch so meinen. Die Liebe zu ihrer Heimat Österreich, und im Besonderen zur Steiermark, ist ein fester Bestandteil jeder Tournee, auch wenn einige Lieder von Fernweh und fremden Ländern erzählen, bleibt ihr Herz unserem Land verbunden. Natürlich darf „Großvater“, „Kalt und kälter“ und „Fürstenfeld“ nicht fehlen, ohne die kann kein Konzert enden, das sind die Songs, wo die Fans aufgerufen werden, mitzusingen, nein eigentlich gewisse Passagen allein zu singen, denn es gibt keinen Song, bei dem nicht der eine oder die andere mitsingt. Unvergesslich noch Franz Zettl mit seinen einzigartigen Darbietungen mit Trompete, Saxophon und Tuba. Zum Abschied gibt es dann ein Lied ohne viel Worte, weil hier weniger mehr ist, denn diese 9 Worte habe es in sich, hier bedarf es nicht mehr.

STS braucht keine Action auf der Bühne, STS braucht nur Steinbäcker, Timischl und Schiffkowitz. Die Momente, in denen sie allein auf der Bühne stehen, sind ganz besondere Perlen in einer Kette voller einmaliger Momente. Augenblicke voll Emotionen, Gefühl, Nachdenklichkeit, Witz, Traurigkeit, Fernweh, Heimatverbundenheit und vieles mehr wechseln einander ab und bleiben mir noch lange im Gedächtnis. Sie begleiten mich jetzt schon fast 30 Jahre lang und ihre Lieder zeigen heute noch Aktualität und sind zeitlos. Ich will sie nicht mit anderen Gruppen oder Musikern vergleichen, sie sind für mich einmalig und einzigartig. Und ich hoffe, dass diese Tournee wirklich das 1. von 3 Abschiedskonzerten ist und sie anschließend wieder zu normalen Auftritten zurückkehren. Was gibt es Schöneres als mit dieser Musik alt zu werden. ;-)

DANKESCHÖN für einen wunderbaren Abend!

LG Riky

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