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Schiffkowitz & Schirmer
Tour 2019
   
Schiffkowitz & Schirmer 2019

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Wiedersehen mit guten Freunden

   12.10.11, Sinabelkirchen, Öffentl. Generalprobe
   hinzugefügt am 14.10.2011  von Riky

STS Generalprobe in Sinabelkirchen

Nach 4 langen Jahren war es wieder soweit, S, T und S luden ein, sich im „Sinabelkirchner Wohnzimmer“ gemütlich zu machen und ihrer Musik zu lauschen. Freudige Erwartung lag in der Luft, es war ein Heimkommen, ein Wiedersehen mit guten Freunden und eine Auszeit. Sinabelkirchen ist immer etwas ganz Besonderes, da ist vielleicht noch nicht alles perfekt, aber gerade deswegen ist es das Highlight der ganzen Tournee.

Stetig füllt sich die Halle, alle warten auf den Beginn, ein Knistern ist spürbar und dann, endlich, erscheinen Steinbäcker, Timischl und Schiffkowitz auf der Bühne, begleitet von der Band: vom Herrn Professor Ewald Beit, vom Schlagzeuger Gerd Wennemuth, dem grandiosen Franz Zettel und als Bassist Mischa Krausz.

Die Atmosphäre ist locker und gelöst, Schiffi moderiert wie gewohnt, überspielt ein kleines Problem mit seiner Soundeinspielung, indem er ein „mein Hörgerät funktioniert nicht“ von sich gibt. „Sie sind wieder da und er sei kein bisschen nervös“, behauptet er. Jedoch wie wir alle wissen, ist er das ja vor jedem Konzert.

… dann beginnt das Feuer zum Lodern, es brennt lichterloh, ganz so wie es früher war. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist es da, das ganz tolle Gefühl, wieder dabei zu sein, eintauchen zu können, nicht nur in herrliche Lieder, sondern in das Lebensgefühl, das uns ihre Musik vermittelt. Da kommt Stimmung auf, da gibt es nur mehr eines, lauschen und fühlen, vergessen ist die Hektik des Arbeitstages, Hände werden liebevoll gehalten, zarte Küsse werden gewechselt, so manche Träne wird verstohlen weggewischt, es wird gelächelt, gelacht und fröhlich mitgeklatscht, gesungen und gesummt.

Nach dem „eigenen Weg“ wird „Zehn Minuten still“ angestimmt, ein Song, den Schiffi anlässlich John Lennons‘ Tod geschrieben hat, jagt mir immer die Gänsehaut über den Rücken und ich freu mich riesig darüber, ihn wieder bei einem Konzert zu hören. Zehn Minuten still, zehn Minuten lang mal es zulassen, abzuschalten, sich an liebe Menschen zu erinnern, sich von der Schnelllebigkeit der heutigen Zeit abzugrenzen und die ewige Beschallung auszublenden. Dann kommt die Sunn‘ und die – farbenb’soffene – Zeit, das Wunder meiner Seligkeit, um dann bei „Zeig mir dein Himmel“ zu verweilen. Da komme ich ins Schwärmen, da wird mir warm um’s Herz, ist es doch eines der schönsten Liebeslieder, das ich kenne. Für ein paar Stunden dürfen wir mit den Musikern eintauchen in Gedanken und Gefühle, um festzustellen, dass wir das viel zu selten machen. Ja, alte Freunde sind wir, alte Freunde, die sich nach langer Zeit wieder treffen und gemeinsam einen schönen Abend verbringen. „Es ist immer das Gleiche“ zeigt uns, dass manches auch wehtun kann oder wenn die „ganze Welt“ fusioniert wird, man am liebsten losschreien möchte. Genau diese Texte rütteln auf, da gibt es eine Gruppe von Musikern, die all die Dinge aussprechen, die wir schon die längste Zeit loswerden möchten. Mit „out of Fürstenfeld“ verabschieden sie sich in die Pause und lassen uns zurück, um über die letzte Stunde sinnieren und uns auf die nächste Halbzeit freuen zu können.

Hundert Wege und mehr gibt es, um STS auf ihrer Tour zu treffen und die Schienen – hört nur richtig hin – summen ihre Songs, eilen ihnen voraus, wie auch „Mach die Augen zu“, da wird die Hand so mancher Liebsten gesucht, da werden Küsse gewechselt und da wird wissend gelächelt. Später dann gehe ich mit ihnen in meiner Erinnerung zurück, um auf der/dem ewig langen Autoput Richtung Süden zu fahren und dem Pferdefuhrwerk zu begegnen, so weit ist die Welt, so groß, so weit und doch so klein, da fühle ich mich verbunden mit all jenen, die diese Route damals – noch vor dem Krieg – gefahren sind, um ein Stück von der weiten Welt zu entdecken, die damals aus Griechenland bestand. Tage, Wochen, Jahr, wie viel davon haben wir schon versandelt, und ich wünsche mir „immer weiter fort“, denn das Wasser rinnt unter der Bruck’n durch, egal ob wir anhalten oder nicht. Damit zeigen sie uns, dass sie es noch immer können, dass sie auch ohne Band die Leute fesseln können, es braucht nicht mehr, 3 Herren, 3 Gitarren und weiter geht es … irgendwann bleibt er dann dort, singt er, doch nicht ganz bleibt er dort, sodass wir das Vergnügen haben, ihn heute zu hören und zu sehen. Jedoch gehen wir gerne mit ihm auf die ewig tolle Reise, in das Land der Hellenen und stecken die Füß‘ in weißen Sand mit der Bottle Rotwein in der Hand. Bei „Sie wissen all’s besser“ vereinen sie sich mit ihrer Band wieder und lassen diesen Song noch intensiver auf die Leute los. Dann die ersten Töne und die Vorfreude steigt, jeder weiß jetzt, was kommt, endlich der lang ersehnte „Großvater“. Egal wie oft wir diesen Song hören, die Emotionen gehen hoch, so manch einer, weil er um genau so einen Großvater trauert, andere wiederum, weil sie nie so einen Großvater hatten. Danach wird es uns wieder klar, wir wollen auf keinen Fall kalt und kälter werden, wir wollen lachen, tanzen, singen und rear’n, und vor allem will ich die Liebe bis in die Zehenspitzen spür’n. Natürlich darf der Hit „Fürstenfeld“ nicht fehlen, auch wenn es so viele andere tolle Songs gibt, die ich gerne hören würde, gehört dieser Hit eben auch zu einem Konzert dazu. Damit verabschieden sie sich zum ersten Mal.

Aber ohne Zugaben dürfen sie nicht weg, so kommen sie wieder auf die Bühne und schon hören wir das „Gö, du bleibst heut nacht bei mir“, gib das Band’l aus die Haar, seht ihr wie das Band’l davonfliegt und die Haare im Wind wehen, was für ein Bild. Jetzt noch unsere inoffizielle Landeshymne „Steiermark“, die schon fast bekannter ist als die eigentliche. Eine Hommage an Steinbäckers Heimat und jeder, der die Steiermark ein wenig kennengelernt hat, weiß wovon er singt, da fühl ich mich wohl, da komme ich gerne zurück, nachdem ich hin und wieder ausbreche und fremde Luft schnuppere. Was würde dann besser darauf passen, als Timischl’s „Fahr mit mir auf’s Land“, das live wirklich am besten rüberkommt, Hier spür ich, wie es dem Timischl sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen ist, das ist einer seiner Songs, bei dem er sich voll ins Zeug legt, fantastisch.

… und noch einmal kommen sie zurück und geben ihr Bestes mit „I bin aus Österreich“, die feine Mischung, Special Blend. Der Schluss jedoch gehört dem besten aller Lieder, das für mich ein Wunder der wenigen Worte ist: „Auf a Wort“, mehr braucht es nicht, mehr kann es auch nicht geben – Frieden – Freiheit – Liebe – Hoffnung – Zukunft – Leben.

Auf noch a Wort: mehr als 30 Jahre musizieren sie bereits zusammen, solange genieße ich schon ihre Musik, solange begleiten sie mich, manche Songs heitern mich auf, manche regen zum Nachdenken an, so einige Geschichten vermischen sich mit meinen eigenen, immer wieder krame ich die Lieder aus der Schublade heraus und höre sie mir an, lasse sie auf mich wirken, ich möchte sie nicht missen und hoffe, dass es nicht die letzte Tour ist. Bleiben wird aber immer die Erinnerung an viele Konzertbesuche, an viele Freunde, die ich durch die gemeinsame Freude an dieser Musik, kennengelernt habe.

Ein herzliches Dankeschön an Steinbäcker, Timischl und Schiffkowitz, an die Mitglieder der Band und auch an Eva und Markus (freu mich immer, euch zu sehen).

Salzburg, ich komme!

Graz, 12. Oktober 2011 – Generalprobe Sinabelkirchen

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