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Schiffkowitz & Schirmer
Tour 2019
   
Schiffkowitz & Schirmer 2019

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Durchgefallen  

   19.11.2007, Vera Russwurm, Krone Zeitung
   hinzugefügt am 28.11.2007  von Riky

Gert Steinbäcker soeben auf gestürmter Tournee - u.a. vor 10.000 (!) Fans in München - über den anhaltenden STS-Erfolg seit dreißig Jahren:

Gert, ihr habt die ersten Konzerte bereits 1975 gegeben, als fixe Dauerformation seid ihr seit 78 zusammen - und das ganz ohne Skandale. Ist das in der Popmusik nicht eher ein "Hemmschuh"?

"Naja, das auch wieder nicht. Aber es ist auch nicht der Grund für den Erfolg. Wahrscheinlich ist auch der Umstand, dass wir unser Privatleben immer aus der Presse rausgehalten haben, ziemlich unbedeutend dafür. Es ist ja auch net so aufregend; weder beim Timischl noch beim Schiffkowitz, noch bei mir. Ich hab weder a Schwiegermutter noch fremde Unterhosen, über die man sich aufregen könnt! Und wenn's sowas net gibt, dann schreibt halt auch keiner.
Was den Erfolg vielleicht ein bissl erklärt ist der Umstand, dass wir halt net jeden zweiten Sonntag in jedem Heustadl spielen, sondern dass wir nur alle drei Jahr einmal mit einer großen Tour kommen - und dann kommen halt auch die Leut."

Und es werden immer mehr!

"Ja, das macht uns schon stolz: Vorgestern haben wir zum Beispiel in der ausverkauften Münchner Olympiahalle gespielt - vor 10.000 Menschen! Vor drei Jahren waren's 8.000. Und am 16. Dezember spielen wir in der Wiener Stadthalle! Dabei ist ein Drittel des Publikums Mitte zwanzig. Also es wachsen durchaus auch neue Pumblikumsschichten nach. Obwohl wir uns sehr verändert haben."

Inwiefern?

"Naja, der Schiffkowitz begrüßt jetzt nimmer mit 'jung, hübsch und dynamisch', sondern halt mit 'reif, weise und phantastisch'."

Phantastisch ist ja nicht nur euer Erfolg, sondern auch der der EAV, mit der du doch begonnen hast, oder?

"Ja, der Thomas Spitzer ist ein Jugendfreund von mir und hat mich in den 70ern für seine frisch gegründete E.A.V. als Sänger engagiert. Das ist gerade zur rechten Zeit gekommen, weil ich mit 25 mit mir eine Krisensitzung gehalten hab - nachdem ich mich mit diversen Jobs über Wasser gehalten hatte - und mir gesagt hab: 'So kann's net weitergehen. Du willst ja nicht als Lkw-Fahrer enden.' Timischl und Schiffkowitz sind gleich dazu engagiert worden - als Christkind, Mutter und Techniker. Das war eine wirklich lustige Zeit."

Somit warst du der Vorgänger vom Klaus Eberhartinger?

"Genau. Der ist nachgerückt, als wir gegangen sind. Weil wir waren um einen zu viel in der EAV - nämlich um mich. Denn der Thomas hat alle Kompositions- und Textarbeiten gemacht - da war kein Platz für einen, der selber als Autor arbeiten wollte."

War das der endgültige Start für STS?

"Nur insofern, als wir nach einigen Testkonzerten dabei geblieben sind, es mit drei Sängern auf der Bühne zu versuchen und nicht mit der klassischen besetzung. Aber den Bandnamen hat's noch nicht gegeben. Der ausschlaggebende Grund für die Geburt von 'STS' war ein betrunkenener DJ, der unsere Namen nimmer aussprechen konnte. Da haben wir gesagt, sag halt STS. Und so ist's geblieben."

Warum steht eigentlich das erste 'S' für Steinbäcker und nicht für Schiffkowitz?

"Das weiß niemand. Dafür weiß ich aber noch sehr genau, dass wir nach einigen Jahren ernsthaft vorm Aufgeben waren. Die Plattenfirma hat unseren Vertrag nicht verlängert und wir haben auf eigene Kosten noch die Single 'Irgendwann bleib i dann dort' herausgebracht. Und die hat dann eingeschlagen!"

Dann kam schon 'Fürstenfeld', und ab diesem zeitpunkt hat's für euch Gold und Platin geregnet! Hast du noch den Überblick über eure Plattenerfolge?

"Net wirklich. I weiß nur, dass mein Gang daheim voll ist mit Goldenen - und dass ich mit meinen drei Soloalben zweimal Gold gemacht hab."

'Irgendwann bleib i dann dort' hast du ja beinahe wahr gemacht mit deinen monatelangen Griechenlandaufenthalten; 'Großvater' hast auch du geschrieben - wie viel Autobiographisches steckt in dieser Nummer?

"I denk, so um die fünfzig Prozent. Es ist einfach besser und echter, wenn du Lieder über Personen schreibst, die du auch wirklich kennst."

Deinem Musiklehrer hast du bisher noch keine Nummer gewidmet?

"Nein, das wär zu viel der Ehre. Nachdem ich in einem musischen Gymnasium in Musik und Gitarre durchgefallen bin, hab ich mich gleich ganz von der Schule verabschiedet. Aber es ist halt eine Frage des Systems. Jemandem schulisch was beizubringen, hat nix damit zu tun, dass du komponieren willst. Mi hat's halt net interessiert! I wü mi a net als Giarrist bezeichnen, sondern als Komponist und Interpret, der sich begleitet."