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Schiffkowitz & Schirmer
Tour 2020
   
Schiffkowitz & Schirmer 2020

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Solange das Feuer brennt  

   19.06.2011, Bernd Melichar, Kleine Zeitung
   hinzugefügt am 19.06.2011  von ursula

Schiffkowitz, diesmal nicht als STS-Drittel, sondern als Solokünstler. Seine neue CD ist ein sehr persönliches Reise- und Lebenstagebuch geworden.

Als Schiffkowitz erfährt, dass diesmal nicht auf den Kulturseiten über ihn berichtet, sonder er als "Steirer des Tages" gewürdigt wird, stutzt er kurz und lächelt: "Echt? Dabei bin ich ja ein halber Burgenländer." Vater aus dem Burgenland, Mutter aus Graz. Aufgewachsen in Sinabelkirchen. Man kennt diesen Ort natürlich auch aus der STS-Hymne "Fürstenfeld": "I spü nur noch in Graz, Sinabelkirchen und Stinatz ..."
Diesaml geht es aber nicht um die Herren Steinbäcker, Timischl Schiffkowitz, sondern ausschließlich um Letzteren, der nach elf Jahren endlich wieder ein Soloalbum vorgelegt hat. Das zweite seiner Karriere erst; es trägt den schlichten Titel "Schiffkowitz", das Coer ist zur Gänze in WEiß gehalten. Das kommt sehr persönlich rüber. Ist es auch. "Meine erste Platte war laut, hat gekracht", erzählt der 64-Jährige. "Diese CD jetzt wurde persönlicher, als es eigentlich geplant war." Songs wie diese lassen sich nicht planen. Sie passieren. Sie finden den Schreiber. Nicht umgekehrt.
Schiffkowitz war zeit seines Lebens ein Reisender und Suchender. In den 60er-Jahren fuhr er in die USA, interviewte die Ikonen der damaligen Zeit, schrieb später ein Buch darüber: "Wir sind die, vor denen uns unsere Eltern gewarnt haben." On the road, unterwegs, sind auch die Lieder der neuen CD entstanden. "Ich weiß nicht warum, aber das Texten funktioniert nur, wenn ich unterwegs bin." Die Stationen diesmal: Isola (Slowenien); Zürich, Mallorca, Athen, Kreta, Chios ...
Zürich ist mit einer besonderen Episode verbunden. In dieser Stadt traf Schiffkowitz die Folk-Legende Donovan, mit dem er das wunderbare Duett "In The Music" aufnahm, das sich auch auf der neuen CD befindet. "Dadurch hat sich ein schönder Kreis geschlossen", sagt Schiffkowitz. "Vor Jahrzehnten habe ich als Straßenmusiker in Zürich Donovan-Songs gesungen, jetzt habe ich mit ihm gemeinsam einen Song aufgenommen." In einem zweiten Lied, "In Zürich", erzählt Schiffkowitz von eben diesen Anfangsjahren, als "Ruhm, Reichtum und Groupies auf sich warten ließen".
"Schiffkowitz", das wurde dessen Schöpfer erst im Nachhinein bewusst, ist im Grunde ein Konzeptalbum geworden. Es beginnt in einer Hippie-Absteige in Istanbul und endet am strand von Agia Fotia auf Kreta, wo der Künstler sitzt und darüber sinniert, dass es kein Zufall sein kann, das der Platz "Heiliges Feuer" heißt.
Gegen Ende schleichen sie sich doch noch ein, die anderen Herren: Steinbäcker und Timischl. Im Herbst starten STS zur großen Tour, im Dezember stehen die legendären, hererwärmenden Weihnachtskonzerte auf dem Programm. Wie lange wird das so weitergehen? Mit STS, mit dem Solomusiker SChiffkowitz? "Ganz einfach", lächelt Schiffkowitz. "Solange das Feuer brennt."