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Schiffkowitz & Schirmer
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STS Das Interview vor den Abschiedskonzerten  

   28.10.2011, Zoran Gojic, TZ München
   hinzugefügt am 30.10.2011  von Schweizi

München: STS lösen sich auf. Im Interview spricht Gert Steinbäcker über die Abschiedskonzerte und die Zeit danach.

Gert Steinbäcker (59) ist das erste S in STS. Mit Günter Timischl und Schiffkowitz wurde er zu einem der erfolgreichsten Exportschlager der österreichischen Musikszene. Nun gehen die drei Steirer das letzte Mal gemeinsam auf Tour und bringen ein „Best of“-Album heraus. Am Freitag und Samstag gastieren STS in der Münchener Olympiahalle, nur noch für das heutige Konzert gibt es Restkarten an den Vorverkaufsstellen und der Abendkasse. Im Interview verrät Gert Steinbäcker unter anderem, ob er nach der Tournee sagen wird: „Jetzt bleib i dort“.

Herr Steinbäcker, STS ist mit „Fürstenfeld“ ein unsterblicher Wiesn-Hit gelungen. Leiden Sie immer noch daran?

Gert Steinbäcker: Als und diese Situation überraschend überfiel, war das absolut nicht die Richtung, in die wir gehen wollten. Unsere Reaktion war damals deswegen klar. So etwas machen wir nicht noch mal, um nicht als Wiesn-Band wahrgenommen zu werden. Heute sehen wir das mit Wohlwollen. Fürstenfeld und noch zwei oder drei andere Songs von STS sind sozusagen Volkslieder geworden. Darauf kann man stolz sein.

Was war es dann für ein Gefühl, als Sie mit „Großvater“ oder „Irgendwann bleib i dann dort“ weitere Hits hatten, die ganz anders klangen?

Steinbäcker: Ein Gefühl der Genugtuung, dass man mit der Entscheidung, auf das eigene Profil zu setzen, richtig lag.

Sie haben seit Jahrzehnten Erfolg, obwohl Sie keinerlei Rummel veranstalten. Sie veröffentlichen Platten, gehen auf Tournee und das war's.

Steinbäcker: Vielleicht ist genau das ein Erfolgsgeheimnis: nicht krampfhaft versuchen, Aufmerksamkeit zu erheischen. Wir haben gemacht, war wir selber für gut befunden haben, und nie etwas, wovon wir geglaubt haben, es könnte erfolgreich sein. Dass wir damit Geld verdienen konnten, war großartig, aber nie unser Antrieb.

Erstaunlich ist, dass Sie sich nach all den Jahren immer noch gut verstehen.

Steinbäcker: Wenn wir arbeiten, sitzen wir inklusive Plattenaufnahmen und Tournee eineinhalb Jahre aufeinander. Danach sehen wir uns zwei Jahre überhaupt nicht. Dieser Zyklus hat sich bewährt. Nach den Pausen treffen wir uns wieder sehr gerne und haben Freude an der gemeinsamen Arbeit. Anders ginge es nicht.

Alle drei schreiben Lieder – kommt es nie zu Debatten, welche Lieder auf die Platte kommen und welche draußen bleiben.

Steinbäcker: Unser Glück ist die Zahl 3. Es sind im Zweifel immer zwei für oder gegen ein Lied, also die Mehrheit. Unsere Egozentrik haben wir schon sehr früh ausgelebt, das ist vorbei. Eigentlich weiß man schon vorher sehr genau, welche Lieder man gar nicht erst vor zuspielen braucht, weil sie keine Chance haben. Dafür macht man dann eben seine Solo-Projekte.

In „Irgendwann bleib i dann dort“ haben Sie den Traum besungen, einmal in Griechenland zu bleiben, wo Sie ein Haus haben. War das nur ein Lied oder eine konkrete Idee, die Sie vielleicht bald umsetzen?

Steinbäcker: Es ist ein gewisser Luxus, aber ich lebe sowohl dort als auch in Österreich. An diese Lebenssituation habe ich mich gewöhnt und ich liebe es, dort zu sein. Aber nie im Leben käme ich darauf, nur dort zu leben. Oder nur in Österreich … Auf das Privileg, sechs Monate im Jahr keine Socken tragen zu müssen, will ich nicht verzichten. Sie fragen mich das, weil es unsere letzte Tour ist und ich bald 60 werde, oder?

Na ja, es drängt sich auf.

Steinbäcker: Wir werden weiterhin einzelne Konzerte geben, aber dem Druck 50, 60 Konzerte am Stück zu spielen, wollen wir uns nicht mehr aussetzen. Und natürlich ist es ein Gewinn an Lebensqualität für uns.