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Schiffkowitz & Schirmer
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Schiffkowitz & Schirmer 2020

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Steirische Magie: STS in der Olympiahalle  

   30.11.2011, Jörg Heinrich, TZ München
   hinzugefügt am 30.10.2011  von Schweizi

München – Das Feuer brennt immer no lichterloh: STS haben auf ihrer Abschiedstournee in der Münchner Olympiahalle halt gemacht und ihre Fans begeistert.

Das wenn der Großvater noch hätte erleben dürfen – dann wäre er bestimmt vorbeigekommen, auf mehr als einen schnellen Kaffee, auf zwei feine Abende in der ausverkauften Olympiahalle. STS waren wieder da, immer noch da, angeblich auf Abschiedstournee. Aber wer die Steirer Bee Gees erlebt hat, der kann sich vorstellen, dass es für Steinbäcker, Timischl und Schiffkowitz demnächst heißt: „Irgendwann bleib i dann furt.“

Grundsätzlich kann ein Popkonzert ja kaum unmoderner sein als mit STS, weiter weg von Gaga und Hektomatik-Welt. Drei graue alte Männer mit überwiegend problematischen Frisuren, wenn man überhaupt so weit gehen will, schrammeln auf überwiegend akustischen Gitarren überwiegend alte Hadern. Aber wie heißt es da in „Da kummt die Sun“ so schön? „Es is' klass!“

Und es is' mehr als „klass“. Mit STS treten ja nicht nur drei teilweise nach Griechenland exilierte alte Steirer Zauseln auf, es gastiert auch die gute alte Zeit, vor der Zeitumstellung auf Blödheit und Oberflächlichkeit. Wenn Schiffkowitz & Co. Ihre Altersweisen dreistimmig singen, entsteht eine einzige Stimme, steirische Magie.

Die drei Gitarren erzeugen bei den besten Songs wie dem 2007er „Hundert Wege“ die Wucht und Kraft einer Dampflok. Und die Band mit Professor Franz Zettl, der alles spielt, was Tasten und Knöpferl hat, ist eh Firstclass. Deshalb sind die unmodernen STS dann eben doch modern, weil Qualität nie altmodisch wird.

Fürstenfeld, ganz am Schluss, in der epischen Rennbahnexpress-Titelblatt-Version, klingt mit STS Gitarren immer noch besser als mit Blaskapelle. Und bei Steinbäckers kraft strotzender Steiermark-Hymne als Zugabe verwandelt sich die ganze Halle in Mental-Steirer.

War's wirklich das letzte Mal? Wohl kaum, immerhin haben STS bereits 1976 ihr erstes Abschiedskonzert gegeben. Und wie sang der Schiffkowitz? „Des Feier brennt immer no lichterloh“.