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Schiffkowitz & Schirmer
Tour 2020
   
Schiffkowitz & Schirmer 2020

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In die Herzen durchgeackert  

   12.12.2011, Alexandra Plank, Tiroler Tageszeitung
   hinzugefügt am 13.12.2011  von lukas

Großvater schau oba: Die Altherren von STS rissen bei ihrem ausverkauften Konzert in der Olympiahalle in Innsbruck die Zuhörer von ihren Sitzen.

Innsbruck – Die meisten Österreicher um die vierzig sind mit ihnen sozialisiert worden: den steirischen Mannen von STS. Im Jungscharlager war man bemüht, die Texte von „Großvater“ über „Fürstenfeld“ auswendig zu singen, um den Gitarre spielenden Burschen – man sollte Gitarre spielen können, wer Gitarre spielen kann, hat Glück bei den Frauen – zu imponieren. Dann, Jahre später, plagte man sich selbst mit dem Gitarrenzwischenspiel von „Irgendwann bleib i dann dort“ im Unterricht.

Nun also wieder STS, zahlreiche Jahre und Lagerfeuer-Erlebnisse später. Mit „Das Feuer“ starteten STS in der vollen Olympiahalle in Innsbruck in den Abend. Weil das Feuer brennt immer noch lichterloh, immer noch, das is klar. Weil das Feuer brennt immer noch lichterloh, ganz so wie‘s früher war. Der Text ist ein Bekenntnis, das man getrost über den Abend stellen kann, auch wenn Helmut Röhrling alias Schiffkowitz, das letzte S von STS nach Gert Steinbäcker und Günter Timischl, launig anmerkte, dass man im Vergleich zu früheren Tourneen nicht mehr jung und fesch, dafür aber immer noch dynamisch sei.

Im Vorfeld war immer wieder vom Abschied der Steirer die Rede gewesen, doch der Abend in der Olympiahalle klang so gar nicht wehmütig. Mit großer Spiellust waren die Altherren bei der Sache. Sie genehmigten sich zwar eine Pause, glichen das aber mit fünf Zugaben aus. Auch in Interviews machten die Musiker klar, dass sie sich nicht gänzlich zurückziehen, sondern hinsichtlich der Konzerte kleinere Brötchen backen wollen.

30 Jahre spielen STS schon als Formation zusammen. Sie können für sich in Anspruch nehmen, dass sie nie modisch waren und somit auch nicht aus der Mode gekommen sind. Das zeigte am Samstag auch das bunt gemischte Publikum. Erstaunlich viele Junge waren gekommen. Das Programm zeigte einen Streifzug durch die vergangenen Jahrzehnte der Band, garniert mit einigen Liedern aus den Soloalben von Steinbäcker und Schiffkowitz.

Bei den unbekannteren Liedern zeigte sich leider neuerlich, dass es um die Akustik in der Olympiahalle nicht zum Besten bestellt ist. Die Texte waren nur schwer verständlich.

Aber bei „Großvater“, „Fürstenfeld“ und „Irgendwann bleib i dann dort“ sangen dann alle lautstark mit, die Menschen riss es aus den Sitzen, viele stürmten nach vorne und die Feuerzeuge leuchteten auf. Zeit für Nostalgie, blinken doch bei den Jungen bei Konzerten die Handys. Wenn‘s auch manchmal noch so weh tut, i will ganz tief hineingrab‘n. Und mich durchackern bis in dei Herz, anders will i‘s nit mehr hab‘n, singen STS. Sie haben sich bis zu den Herzen durchgeackert.