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Schiffkowitz & Schirmer
Tour 2019
   
Schiffkowitz & Schirmer 2019

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Auf a Wort  

   November 2001, Autor unbekannt, City Vienna Webguide
   hinzugefügt am 30.07.2003  von Andreas

Seit drei Jahren kein aktuelles Album am Markt und trotzdem ausverkaufte Häuser, wohin man schaut. CITY sprach mit Gert Steinbäcker über alltägliche Wunder Marke STS.

STS live – 24. 11. 2001, München, Olympiastadion. Vor eben jenem stand ich am 16. Juni, starrte ungläubig auf das Tourposter mit der STS-Konzertankündigung und eine Art süffisantes Lächeln huschte mir übers Gesicht. An diesem Abend war der Reunion-Gig von Roxy Music angesagt und die Olympiahalle mit rund 8.000 Fans recht gut belegt. Wenn Bryan Ferry & Co. die Halle nicht ausverkauften, wie würden sich dann erst STS tun?
„9.000 Leute“, jubelt Gert Steinbäcker einen Tag nach der München-Show im CITY-Interview. Ziemlich beeindruckend. Aber wie das? Keine neue Platte am Markt und trotzdem prall gefüllte Hallen von Wien bis Stuttgart? „Ich habe auch keine Erklärung dafür“, zeigt sich der 49-jährige Steinbäcker ehrlich erstaunt, „vor allem auch, da mehr als die Hälfte des Publikums junge Leute zwischen 17 und 25 sind. Was mir zeigt, dass die heutige Generation viel offener ist als wir seinerzeit. Da war man entweder ein Beatles- oder Stones-Fan, aber niemals beides gemeinsam. Heute ist es normal, am Vortag auf eine Rave-Party zu gehen und tags darauf in ein STS-Konzert.“
Apropos Beatles. Vor 20 Jahren hatten STS ihren ersten großen Erfolg mit „Da kummt die Sunn“, einer Cover-Version von „Here Comes The Sun“, geschrieben von George Harrison. Jener Harrison, der dieser Tage gestorben ist. Geht einem das nahe? „Wenn man älter wird“, sagt der 49-jährige Steinbäcker, „beschäftigt man sich halt irgendwann mit dem Thema und weiß, dass man auch nicht ewig lebt. Wenn dann Leute sterben, die dir in irgendeiner Art nahe gestanden sind, ist das zwar bitter, aber eben Realität.“ Und wie bitter ist es, wenn man permanent als „Steirische Althippies“ bezeichnet wird? „Is ma ziemlich Wurscht“, versichert Steinbäcker. „Was zählt, ist die Meinung der Leute, dass sie vor allem deshalb zu unseren Gigs kommen, weil wir was zu erzählen haben und Gefühl vermitteln. Für die zählen Inhalte und keine plakativen Etiketten.“
Austria 3 vs STS? „Lässt sich nicht vergleichen. Auf der einen Seite drei Individualisten, die gemeinsam ihre Lieder singen, auf der anderen Seite wir, die immer als Band aufgetreten sind.“ Zusatz: „Und ich glaube, dass unser Chorgesang doch ziemlich perfekt ist“, grinst Steinbäcker. Wie wär’s denn mit einem Megaprojekt: Austria 3/ STS/Ostbahn Kurti on tour? „Kann ich mir nicht vorstellen, dass da was Gescheites rauskommen würde. Nicht weil wir privat nicht können, ganz im Gegenteil. Ich bin mit dem Ambros befreundet, der Schiffi (Schiffkowitz, Anm.) mit dem Ostbahn, aber musikalisch würde das nicht funktionieren.“ Neues Material? „Wir spielen sechs neue Lieder live, die sich erstaunlich gut bewähren“, sagt Steinbäcker, „da lässt sich ein neues Album für Frühjahr 2002 gut an.“ Die Fans wird’s freuen, aber auch ohne neue Platte ist die Wiener Stadthalle schon jetzt fast ausverkauft. Erstaunlich für diese „altmodischen Hund“.