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Schiffkowitz & Schirmer
Tour 2020
   
Schiffkowitz & Schirmer 2020

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Qualität setzt sich durch  

   05.11.2004, Reinhold Gruber, wasistlos.at
   hinzugefügt am 11.11.2004  von Andreas

Das Besondere sorgt für den Reiz. Um sich nicht auszuverkaufen, machen sich Steinbäcker, Timischl und Schiffkowitz gerne rar. Wenn STS dann auf Tournee gehen, sind ihnen ausverkaufte Häuser fast sicher. Weil ein Konzert von ihnen noch etwas Besonderes ist.

Es ist eine große Genugtuung, sagt Schiffkowitz, wenn er darauf angesprochen wird, dass STS-Konzerte jedes Mal ein riesiges Echo auslösen. Den Grund dafür kennt er nicht. "Eventuell sind wir als Trio eine Institution oder es hat mit unserer Taktik zu tun, dass wir sehr selten auftreten." So liegt auch diesmal ein Jahr zwischen ihrem jüngsten Album "Herzverbunden" und der am 11. November startenden Tournee.

Dabei sind ausverkäufte Konzertsäle keine Selbstverständlichkeit. "Obwohl wir kaum Medienpräsenz haben, läuft es so gut", ist Schiffkowitz sehr zufrieden. Er kennt auch die andere Seite. "Meinen Freund Boris Bukowski hat die Einstellung der Radiostationen, österreichische Musik so gut wie nicht zu spielen, gekillt." Auch sein Solo-Album vor zwei Jahren war ein Flopp. Die dazugehörige Tournee musste Schiffkowitz absagen, um später festzustellen, dass es selbst in Musikerkreisen unbekannt war, dass er ein Solo-Album veröffentlicht hat. "Es war faktisch so, dass die Leute geglaubt haben, dass ich STS-Lieder alleine spiele. Und das braucht niemand."

Dass STS eine Marke geworden ist, hat Vor-, aber auch Nachteile. Schiffkowitz schildert Erlebnisse, wo einer der drei Musiker allein unterwegs war und von wildfremden Menschen mit den Worten "wo sind die anderen zwei" angesprochen wurde. "Offenbar glauben alle, dass wir zusammen leben, am Abend dann gemeinsam ein Lied vor dem offenen Kamin spielen und jede Minute miteinander verbringen. Aber so ist es nicht. Gott sei Dank."

Einigermassen schwierig gestaltet es sich aber, wenn die drei, die immer noch Lust auf gemeinsames Musizieren haben und sich entsprechend auf die Tour freuen, an die Auswahl der Lieder gehen. Denn immerhin hat sich im Lauf der vergangenen 25 Jahre vieles angesammelt.

"Jeder von uns hat fünf oder sechs Lieder, die er gerne spielen möchte. Die spielen wir dann an und proben sie. Dazu kommen noch die Klassiker, die der Konsument hören will." Dabei gehen gerade die großen Hits oft schon an die Schmerzgrenze. Aber letztendlich erlebt auch er Überraschungen. "Wenn bei einem Konzert die Leute und die Band gut drauf ist, dann komme ich mir vor, als würde ich das Lied zum ersten Mal spielen."

So ein Klassiker ist "Fürstenfeld", das zur Bierzelthymne geworden ist. Schiffkowitz ist heute stolz darauf, ein Volkslied geschrieben zu haben. "Es ist doch ein Zeichen für ein gutes Lied, wenn es verschiedene Interpretationen davon gibt."

Bleibt schlussendlich noch die Frage, ob die österreichische Musikszene eine Radioquote benötigt, wie sie zuletzt in Deutschland diskutiert wurde. Schiffkowitz war sich bislang nicht sicher, ob es gescheit ist, den Radiomachern mit einer Quote vorzuschreiben, wie viel österreichische Musik sie spielen müssen. Aber: "Mittlerweile denke ich, dass es aus Notwehr einen Versuch geben sollte."

Quelle:
http://www.wasistlos.at/wasistlos/311245