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"Stones müssen auch immer Satisfaction spielen"  

   07.11.2004, chair, Main Post
   hinzugefügt am 21.11.2004  von chair

"Stones müssen auch immer Satisfaction spielen"

würzburg

Sie singen von "Fürstenfeld" und erzählen musikalische Geschichten seit mehr als 25 Jahren. STS, das sind Gert Steinbäcker, Günter Timischl und Schiffkowitz, dessen Vorname schon lange auf der Strecke geblieben ist. Die Österreicher kommen am Freitag, 19. November, in die s.Oliver Arena. Wir sprachen mit dem ersten "S" - Gert Steinbäcker.

frage: Das Thema Meer findet sich in vielen Steinbäcker-Liedern. Woher kommt diese Leidenschaft?

gert steinbäcker: Ich habe ein Haus und ein Boot auf Korfu, lebe ein Drittel des Jahres in Griechenland. Dort ist die normale Belästigung weg. Der Kopf ist frei, um Themen zu setzen und zu bearbeiten.

Ist so auch der Song "Der Nachbar" auf der neuen CD "Herzverbunden" entstanden, der erzählt, wie jemand das angrenzende Grundstück total umkrempelt, sehr zu Ihrem Missfallen?

steinbäcker: Das ist eine Mischung aus mehreren Begebenheiten, die schon ziemlich autobiographisch sind. Als Songschreiber bekommt man eine ganz andere Wahrnehmung für Situationen. Wenn der Nachbar umbaut, kann das ein Lied werden. Oder wenn sich zwei Leute streiten.

Frühere Scheiben hatten mehr politische Inhalte, wie beispielsweise die Ausländerproblematik. Da waren STS näher an sozialen Brennpunkten...

steinbäcker: Das mag schon sein. Wenn man über die grundsätzlichen Themen, die einen beschäftigen, einmal Lieder geschrieben hat, wird es schwierig. Du kannst diese Motive nicht immer wieder aufreißen. In "Das neue Vaterland" haben wir unsere Abneigung gegen die rechtsradikale Szene verarbeitet. Wie sollen wir das nochmal schreiben? Wir können aber natürlich die politischen Songs wieder spielen.

Kein Interview ohne die Frage nach dem Kultsong "Fürstenfeld", eine Persiflage auf ihre österreichische Heimat. Werden Sie ihn in Würzburg spielen?

steinbäcker: Der Song kommt immer wieder, weil die Leute ihn hören wollen. Die Stones müssen auch "Satisfaction" spielen, ob sie wollen oder nicht.

Wie sehen die gemeinsamen Aktivitäten der STS-Musiker eigentlich aus?

Wir gehen alle drei Jahre auf Tournee mit einer neuen Scheibe. Anfang der 90er Jahre stellten wir fest, dass uns jährlich Tourneen auffressen. Wir führten längere Pausen ein. Die Plattenfirma prophezeite, dass wir dann erfolgsmäßig tot sind, aber wir leben noch und die Vorverkaufszahlen für die Tour sind gut. Wir freuen uns auf die Auftritte. Und sonst macht jeder sein Ding.

Wenn Sie sich bei Konzerten umsehen, sehen Sie nur Stammpublikum, oder kommt da auch "Laufkundschaft"?

steinbäcker: Nur alte Fans wäre doch zu wenig. Wir haben 8500 Leute in der Münchner Olympiahalle und 11 000 Menschen in Wien beim Konzert. Unser Publikum bewegt sich zwischen 18 und 60. Vielleicht wollen die Leute ja Songs in der eigenen Sprache hören.

Die STS-Musik hat sich kaum verändert in über 25 Jahren. Seid Ihr dem Zeitgeist von der Schippe gesprungen?

steinbäcker: Wir waren nie erpicht auf den Zeitgeist. Naja, jetzt bei der Tournee sind wir sieben Musiker. Das hat sich über die Jahre so entwickelt. In Würzburg spielen wir eine Mischung aus alt und neu.

Das Gespräch führte ernst jerg