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Schiffkowitz & Schirmer
Tour 2019
   
Schiffkowitz & Schirmer 2019

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DENN DES FEUER BRENNT IMMER NO  

   25.11.2004, Julia Bachl , Straubinger Tagblatt
   hinzugefügt am 25.11.2004  von stefan h.

Drei unauffällige Männer älteren Jahrgangs mit Jeans und ausgewaschenen T-Shirts schlendern unter Applaus der Fans auf die Bühne. Gert Steinbäcker, Günter Timischl und Schiffkowitz alias STS legten keinen Wert auf Klamotten oder aufwendige Bühnenshow. Ein großes Equipment mit allein zwölf Gitarren, die Botschaften ihrer Texte und ihre Stimmen mit dem österreichischen Charme reichten um die Besucher zu begeistern.

3200 Augen waren am Dienstagabend (23. November 2004) in der Stadthalle nur auf sie gerichtet, dem Trio STS mit ihrer vierköpfigen Band. Mit dem Toursong „Herzverbunden“ stiegen sie in ein nahezu dreistündiges Programm ein. Laut Sänger Schiffkowitz trafen sie sich nach einer zweijährigen Auftrittspause kurzerhand um festzustellen, ob sie noch miteinander spielen konnten, „ob der Funke zwischen ihnen noch springt.“ Und das tat er, „denn das Feuer brennt immer no.“ Die Pause merkte ihnen man nicht an, zumindest nicht an der Qualität der Texte und Musik – an ihren grauen Haaren vielleicht. Wie auch immer, die Fans freuten sich über ihr Comeback und bedankten sich nach jeden Lied mit einem kräftigen Applaus.

Neben einigen Soloproduktionen von Gert Steinbäcker und Schiffkowitz stellten sie in der ersten Hälfte auch Lieder von ihrem jüngsten Album vor. Fein verpackt in österreichischen Dialekt und einfach verständlichen Texten behandeln sie die Probleme wie Massenkonsum, Gier, Gewalt unter Kindern und Ausländerfeindlichkeit. Sozialkritisch oder einfach unterhaltend, bei jedem Lied erkennen die Fans den vertrauten STS-Stil wieder.
Nach einer zwanigminütigen Pause, in der sich die Fans mit T-Shirts, Kugelschreiber und Songbooks eindeckten, bedankten sich die drei Musiker beim Publikum, „das no ned heimgangen is.“ Im Gegenteil, gerade in der zweiten Hälfte des Konzerts stieg die Stimmung um ein Vielfaches. Lauthals brüllten die Fans mit als das Trio „und irgendwann bleib i dann dort“ anstimmte. Viele sprangen von ihren Stühlen auf und standen bis zum Ende des Konzerts, sangen und klatschten mit, so dass sogar Schiffkowitz bei der Stelle „Kaner will mi singen hör’n“ lächeln musste.
„I will wieder ham,“ dachten sich schließlich die wenigsten Zuhörer und dirigierten die grauhaarigen Musiker gleich zu zwei Zugaben auf die Bühne. Drei angegraute Männer, österreichischer Charme und einfach verständliche Texte mit tiefsinnigen Hintergrund gaben eine unwiderstehliche Mischung, die sogar die nicht eingefleischten Fans mitriss.