Benutzername:  
Passwort:  Anmelden  
oder neu registrieren  
Schiffkowitz & Schirmer
Tour 2020
   
Schiffkowitz & Schirmer 2020

     <-- Zurück



Jedes Drittel zählt - STS nach 2 Jahren Bühnenabstinenz gemeinsam  

   14.12.1990, Autor unbekannt, OÖNachrichten
   hinzugefügt am 26.03.2005  von Livia

Text: STS sind wieder da. Mit ihrer neuen LP "Jeder Tag zählt" im Gepäck ziehen die drei nach zweijähriger Bühnen-Abstinenz wieder durch die Lande - mit großem Erfolg: Bis auf Zürich war die Tour bisher restlos ausverkauft. Die schöpferische Pause hat dem Trio offensichtlich gutgetan. Sie wurde von Steinbäcker, Timischl und Schiffkowitz für Soloschritte verschiedenster Art genützt.


"Die Pause von zirka zwei Jahren war einfach notwendig", erzählt STS-Drittel Schiffkowitz. Nach fünf Jahren Nonstopstreß hatten er und seine beiden Kollegen wieder einmal Zeit, um einerseits in Ruhe neue Songs zu schreiben, andererseits auch Projekten außerhalb von STS nachzugehen. Das sei schließlich die Konzeption von STS. Schon der aus zwei Eigennamen und einem Pseudonym (Schiffkowitz) zusammengesetzte Bandname signalisiert, daß es sich hier um drei eigenständige Persönlichkeiten handelt, die miteinander Musik machen - aber nicht ausschließlich miteinander. STS steht zwar im Zentrum - das schließt allerdings anderweitige Unternehmungen nicht aus. Als Solisten auf verschiedenen Pfaden


Die Pfade, die die drei solistisch beschritten, waren ganz unterschiedlicher Art: Steinbäcker hat sich mit dem Kauf eines alten griechischen Schiffes und der Produktion einer Solo-LP zwei Träume erfüllt, Timischl steirische Bands produziert und auf seinem selbst renovierten Bauernhof in Fürstenfeld ein Import-Export-Unternehmen gegründet.


Schiffkowitz, Journalist, Sechziger-Jahre-Experte und Verehrer der Beatles - für ihn Giganten in der Größenordnung von Beethoven, Bach und Rembrandt - sowie Buchautor ("Wir sind die, vor denen uns unsere Eltern gewarnt haben"), plant in seinem eigenen N&R-Verlag für Frühsommer das Erscheinen der Dokumentation "Am Abgrund" einer ungarischen Journalistin über das Dritte Reich.


Im Moment hat nun STS wieder Vorrang - seit neuestem mit Unterstützung dreier Musiker: "Wir haben sehr lang zu dritt gespielt, dann zu viert. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo das ausgereizt ist." Der Themenbogen der neuen LP erstreckt sich von Beziehungskisten bis zur Politik. Ob deutschsprachige Songs mehr oder weniger im Trend liegen, ist Schiffkowitz wurscht: "Ich kann eh nicht anders. Ich kann mich nur in der Sprache, die mich täglich umgibt, wirklich ausdrücken." Freilich registriert er in der österreichischen Seele "ein bißl einen Inferioritätskomplex", was die eigene Musik betrifft. "Da ist die Rockmusik, und da gibts noch einen Austropop . . ." Sein Credo: "Ich glaube, daß es immer Leute geben wird, die sich schlichte, einfache, simple Lieder anhören wollen."


Für die wird Schiffkowitz auch weiterhin arbeiten. "Ich bin in der glücklichen Lage, daß mein Beruf mein Hobby ist. Ich schreib gern, ich mach gern Musik, und ich hab das Privileg, damit auch noch mein Leben bestreiten zu können - es hat zwar lang gedauert, aber jetzt funktioniert's."