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Schiffkowitz & Schirmer
Tour 2020
   
Schiffkowitz & Schirmer 2020

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Zufrieden war ich nie  

   März 2007, Wolfgang Wildner, Steirer Monat
   hinzugefügt am 22.03.2007  von Riky

Gert Steinbäcker:
Geboren am 27. November 1952 in Graz, sänger, Gitarrist, Komponist, Texter, Mitglieder der Formation STS, Die Veröffentlichung der neuen STS-CD ist für Juni geplant (Gastmusiker: Harry Sokal, Peter Cornelius, christian Kolonovits u.a.). Eine Tournee (Bereits zur Hälfte ausverkauft) folgt im November und Dezember mit zwei Auftritten in der Grazer Stadthalle (18. und 19. Dezember).

Die neue STS-CD wird gerade abgemischt. Vielleicht die letzte? Im MONAT-Interview verrät Gert Steinbäcker, warum er lieber kurzfristig plant.

"Rundum zufrieden war ich in meinem Leben nie", gibt Gert Steinbäcker, so genanntes STS-Drittel, bekannt. Diese dauernde Unzufriedenheit. Was geht dem Mann mit seinen 54 Jahren eigentlich ab? Rundum zufrieden durchs Leben zu stolzieren sei ein fader Zustand, präzisiert der "bekannte Sänger", der, wenn es nach ihm geht, "kein Popstar" sein will. Immerhin gebe es Phasen, wo es ihm gut gehe. Gott sei Dank.

Gerade war die Band namens STS, bestehend aus Steinbäcker, Timischl und Schiffkowitz, wieder beim Plattenaufnehmen. Gearbeitet wurde in Ebreichsdorf bei Wien. Dort steht eines der letzten Studios mit veralteter Analogtechnik. "Das klingt einfach besser." Im März soll das Elaborat abgemischt, im Juni veröffentlicht werden. Apropos zufrieden. Mit seinem "Großvater" war Steinbäcker einst überhaupt nicht zufrieden, wollte ihn gar nicht auf Platte pressen. "Zu kitschig!" Heut ist er - na sagen wir - ein Evergreen. auf der kommenden CD finde sich kein Song, der ihm zu kitschig sei. Also auch kein potenzieller Hit? "Die neuen Sachen an den alten zu messen", meint Steinbäcker, "das kann man fast nicht. Das Prinzip jeder älteren Gruppe ist, dass sie irgendwann ihre absolute Hochzeit gehabt hat. Das muss man nehmen, wie es ist." Und heute? "Man kann nicht mehr tun, als an den Songs zu arbeiten. Womöglich ist etwas dabei, wo man dann sagt: Das ist das Tollste, was wir je gemacht haben."

Oder gar das Letzte? Der Plattenvertrag ist nach dieser CD erfüllt. "Inklusive Tournee dauert das Ganze bis 2008, dann bin ich 56. Und ich bin der Jüngste in der Band." Das Ende von STS? "Ich plane lieber kurzfristig", kokettiert Steinbäcker mit der Möglichkeit des Verschwindens, um dann einen in Fankreisen wohl gerne gehörten Satz anzustimmen: "Solange die Leute von uns etwas wollen und es Spaß macht ..."

Dass es Spaß macht, liegt auch daran, dass sich die drei Herren bestens verstehen. "Wenn drei völlig verschiedene Charaktere zusammenkommen, vergeht viel Zeit, bevor man alle Unklarheiten im Griff hat. Aber dann ist die Sache gegessen." So hat man sich diesmal in Steinbäckers Domizil auf Korfu versammelt, um gemeinsam die Songs der CD zu erarbeiten. Er habe große Freude dabei empfunden, seinen Kollegen die Insel zu zeigen. Auch dass man der im Spätherbst angesetzten Tournee nicht mürrisch entgegenblickt, hat - abgesehen von der prächtigen Performance des Vorverkaufs - einen guten Grund: "Mittlerweile haben wir überall in den Tourneestädten Freunde und Bekannte. Das ist wie eine Besuchsreise."

Dass man nach Erledigung des Gruppenauftrags getrennte Wege geht, ändere nichts am amikalen Verhältnis. Das STS-Rezept: "Verschiedene Leute - verschiedene Freunde - verschiedene Privatleben." Für 2008 plant Steinbäcker seine vierte Solo-Veröffentlichung. Gerade schreibt er auch Songs für das Solo-Opus seines Freundes Ewald Pfleger ("Opus"). Zwischendurch dann wider ab nach Griechenland. Oder eine Reise nach New York. Dort hat er jüngst einen griechischen Freund besucht - eine Woche Manhattan. "Ich bin sehr dankbar, so eine Form des Lebens zu haben."

18 Dinge, die Sie über Gert Steinbäcker wissen sollten

... dass er bereits mit 16 gemeinsam mit Thomas Spitzer (EAV) in der band "Mephisto" spielte.
... dass er einst ein Jahr lang hinter der Budel eines Lokals in Marburg an der Lahn arbeitete.
... dass er zwei "kleine Hütten" auf den griechischen Inseln Korfu und Patmos sein Eigen nennt.
... dass er seinen Jaguar gegen einen Jeep Cherokee eingetauscht hat (Diesel, Partikelfilter, Verbrauch: 10 l).
... dass er sowieso auf allradgetriebene Autos steht.
... dass er seit vielen Jahren eine Freundin hat, die ab und an auch nach Griechenland mitkommt.
... dass er "Großvater" nie auf Platte haben wollte, weil es ihm zu kitschig erschien.
... dass er über das Leben nachdenkt.
... dass er drauf und dran ist, sich ein Motorboot zu kaufen.
... dass er natürlich alle Karl-May-Romane gelesen hat und noch in der DDR das Karl-May-Museum in Radebeul besucht hat.
... dass er ein Freund des geraden Weges ist, was ihm nicht nur Freunde bringt.
... dass er immer noch Lampenfieber hat, weil immer was passieren kann.
... dass er kein Popstar ist, sondern ein bekannter Sänger.
... dass er vor dem Konzert Krimis oder John Irving liest, nicht jedoch Thomas Bernhard.
... dass er persönlich in seinem Leben keine Lebenslüge entdecken kann.
... dass er nie alles gesagt hat, was war, aber nie etwas anderes behauptet hat als das, was war.
... dass er sein Geld nicht rausgeworfen hat, aber sich alles geleistet hat, was er sich leisten wollte.
... dass er etliche gute Freunde hat und das als großes Geschenk betrachtet.