Spätes Gold

   07.03.1996, Autor unbekannt, Kleine Zeitung
   hinzugefügt am 30.07.2003  von Andreas

Edelmetall für STS. Das ist beinahe normal, hatte am Dienstag abend aber doch einen ganz speziellen Aspekt, denn es gab nicht nur Platin für das aktuelle Album "Zeit", sondern auch Gold für das 15 Jahre alte "Gegenlicht". Das war die allererste LP des steirischen Trios gewesen, noch bei einer anderen Plattenfirma. "Leider", erinnert sich Gert Steinbäcker, "erwies sich die Produktion als Ladenhüter. Das Publikum hatte vielleicht Identifikationsprobleme. Die einprägsame Kurzbezeichnung STS gab es noch nicht, es standen noch unsere vollen Namen drauf, und vielleicht konnten sich die Leute auch nicht damit anfreunden, daß es verschiedene Leadsänger gab. Nach ,Gegenlicht' wurde unser Plattenvertrag gekündigt, doch von da an ging's bergauf. Unsere jetzige Firma PolyGram erwarb ,Gegenlicht' 1988, und inzwischen gingen mehr als 25.000 Exemplare über die Ladentische, so daß spätes Gold fällig wurde."

Daß es im Wiener Lokal "First Floor" verliehen wurde, hatte seinen Grund. "In diesem Haus", so Schiffkowitz, "befindet sich auch der ,Rote Engel'. Beide Läden gehören Michael Satke. Er hatte uns zu ,Gegenlicht'-Zeiten für einen Auftritt im ,Roten Engel' verpflichtet, für 8000 S Gage. Als wir mit unserem Auto beim Lokal ankamen, stand draußen ein aufgeregter Michael Satke und wachelte mit acht Tausendern. Die reichte er uns durchs Autofenster und bedauerte: ,Auftreten könnt's leider net, die Arbeiter sind mit dem Interieur noch nicht fertig.' Wir fuhren in die Steiermark zurück."

Spätes Taxi. Ein Erlebnis, das ihn erst ärgerte, dann aber amüsierte, hatte Steinbäcker bei der Ankunft in Wien: "Ich bestellte ein Taxi. Das Taxi war da, der Fahrer ließ mich jedoch nicht einsteigen. "Ich bin die Kontrolle", sagte er. Das hieß: Er stand da, um für seine Firma zu kontrollieren, ob der andere rechtzeitig eintreffen würde. Der aber verspätete sich. Doch nicht, daß der Kontrolleur die Verspätung bloß notiert hätte: Er stieg aus und begann einen Streit. Es dauerte fünf Minuten, bis ich endlich einsteigen durfte."

Später Papierkram. Was tun die STS-Mitglieder eigentlich in der Zeit des Nichtstuns, also jetzt? Gert Steinbäcker: "Den Bürokram aufarbeiten. Außerdem verbessere ich meine Englischkenntnisse." Schiffkowitz: "Das erste Mal in meinem Leben kümmere ich mich hemmungs- und gnadenlos wie der Gert um meinen Papierkram. Daneben habe ich für Ludwig Hirsch eine Fabel für sein Tournee-Programmheft geschrieben." Günter Timischl: "Ich mache nichts, absolut nichts. Erst in den nächsten Tagen beginne ich, wieder zu üben." Die nächsten STS-Auftritte sind am 21. Juni in Bad Reichenhall, am 22. in der Steiermark und am 23. Juni auf der Wiener Donauinsel.


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