Wenn bei reifen Herren die Post abgeht

   15.06.2008, Sam Schlagenhaufen, Kleine Zeitung
   hinzugefügt am 15.06.2008  von Riky

Ein Heimspiel für STS, da tat
sich Herr Chapman schwer.

FÜRSTENFELD. Der Hauptplatz der oststeirischen Metropole bildete den stimmigen Hintergrund für das Heimspiel der Herren Gert Steinbäcker (56), Günter Timischl (60) und Schiffkowitz alias Helmut Röhrling (62). Bei kühler Außentemperatur sorgte das heimische Trio, das sich vor 30 Jahren zusammenschloss, für warme Herzen und erwärmende Sangesfreude beim treuen Publikum.

Mittlerweile singen mehrere Generationen an Fans die durchaus zum Volksliedgut avancierten Gassenhauer von der ersten bis zur letzten Zeile mit: „Gö, du bleibst heut Nacht bei mir“, „Kalt und kälter“, „Großvater“. Besonders berührend der reine Akustikteil mit „Irgendwann bleib I dann dort“. Diesen Titel brauchen die drei Institutionen eigentlich nur noch mit ihren Gitarren zu begleiten. Gott sei Dank konnte ein seinerzeit textlich prognostizierter Herzinfarkt STS-Jungspund Steinbäcker weder mit 40 noch mit 50 und kann ihn hoffentlich auch mit langsam näherrückenden 60 Jahren (wie die aktuelle Version lautet) nicht in „die Windln prackn“. Der Ablauf des 90 Minuten dauernden Best-of-Konzertes wird routiniert druckvoll mit kompetenter Band richtiggehend gerockt dargeboten. Die Post geht besonders ab, wenn Schiffkowitz zur Stromgitarre greift.

Ordentlich gerockt hat als Anheizer die unverkennbare Reibeisenstimme Roger „Chappo“ Chapman. Richtig zur Kenntnis genommen wurde der 66-Jährige auf dem Fürstenfelder Hauptplatz jedoch erst mit „Shadow On The Wall“, jenem Haupttreffer seiner Karriere, den er Mike Oldfield zu verdanken hat. Schade für den energiegeladenen Briten und seine feurige Begleitband „The Shortlist“, denn Chapman kann man getrost attestieren: Je reifer, desto besser! SAM SCHLAGENHAUFEN


STS-Page Presse-Archiv
www.sts-page.com | www.sts.cc