Best of STS - Die smarten Steirer sind zurück

   24.09.2001, Alexandra Kolbeck, Passauer Neue Presse
   hinzugefügt am 30.07.2003  von Andreas

Steinbäcker, Timischl und Schiffkowitz gehen im November wieder auf Tournee - Auftritte in Straubing und Passau am 19. und 20. November

Das Prinzip, sich rar zu machen, hat sich als Erfolgsrezept herausgestellt. Gert Steinbäcker, Günter Timischl und Schiffkowitz - kurz STS - gehen maximal alle zwei Jahre auf Tournee. Diese bewusst eingelegten Unterbrechungen geben den drei Musikern Raum zu neuer musikalischer Kreativität. Jetzt ist STS zurück. Im November starten die smarten Steirer ihre Deutschland- Tournee "Best of", am 20. November treten sie in Passau auf. Die PNP hat sich mit einem der drei Austro- Rocker, mit Gert Steinbäcker, unterhalten.

Herr Steinbäcker, Ihr Freund, der EAV-Mann Thomas Spitzer, sagt, Sie seien ein Profizyniker, ein Einzelkämpfer und der härteste unter den Verletzbaren. Nur in Ihrem Lied "Großvater" zeigen Sie Mut zum Gefühl . . .

Ach, der Spitzer wird auch immer älter und schrulliger. Aber vielleicht hat er ein bisschen Recht, denn ich hasse Getue und vor allem Gefühlsdusel. Das ist aber auch alles; ansonsten habe ich kein Problem damit, Emotionen auszudrücken.

STS, das sind Gert Steinbäcker, Günter Timischl und Schiffkowitz - ein musikalisches Trio, das sich aber trotzdem aus drei Einzelkünstlern zusammensetzt. Jeder von Ihnen hat auch Solo-Alben produziert. Akzeptieren das die STS-Fans, oder wollen die Sie nur zu dritt hören?

Ich glaube nicht, dass die Fans uns unsere "Alleingänge" übel nehmen. Der eine Teil des Publikums mag mich lieber, der andere Teil schwärmt für Timischl und wieder andere Zuhörer stehen auf Schiffkowitz. Wenn jetzt Schiffkowitz was alleine macht, dann freut das seine Fans. Denjenigen Zuhörern hingegen, die mehr von mir halten, ist die Solo-Platte von Schiffkowitz wohl ziemlich wurscht.


Vor 23 Jahren, 1978, wurde STS gegründet. Worin liegt Ihr langjähriger Erfolg?

Ich weiß es nicht. Es gibt ja auch Ehen, die seltsamerweise lange halten. Ich denke, es ist wichtig, sich ständig miteinander zu besprechen und sich mit Problemen rechtzeitig auseinanderzusetzen. Das scheitert freilich oft, aber es gehört halt ein bissl Hirn dazu. Dann klappt's schon.


Musikkritiker sagen, STS wird - ähnlich den Rolling Stones - mit zunehmendem Alter immer besser.

Die einzige Ähnlichkeit zwischen STS und den Rolling Stones, die ich erkennen kann, sind unsere alten, faltigen Gesichter.


STS ist mittlerweile alt, die Fans aber sind jung . . .

Wir wundern uns selber darüber. In unseren Konzerten sind tatsächlich jede Menge junge Leute - keine verschrobenen jungen Leute, sondern ganz normale. Vielleicht ist unsere Musik mittlerweile zu einer Art "Volksgut" geworden. Das würde zumindest erklären, dass unsere Fans unter 18 sind, meine zwei Kollegen und ich aber um die 50.


Das Lied "Fürstenfeld", das 1984 zum Hitparadenerfolg wurde, war eigentlich gedacht als Satire auf den provinziellen Kleingeist. Haben die Fans das kapiert?

Teils-teils. Manche überhaupt nicht, andere aber doch. So ein Mega-Erfolg wie "Fürstenfeld" kommt nur zustande, wenn das Lied teilweise verstanden und teilweise missverstanden wird. Nur dann fühlt sich jeder angesprochen. Das kann man sich aber nicht vornehmen, das passiert zufällig. "Fürstenfeld" ist ein Song, der in satirischen Zeitschriften zerlegt, andererseits aber auch am Münchner Oktoberfest gespielt wurde. Diese Bandbreite ist wirklich unvorstellbar.


STS tourt durch Österreich, Bayern, die Schweiz, Südtirol - warum treten Sie nicht mal in Norddeutschland auf?

Oh Gott, das haben wir vor 15 Jahren versucht - und dann festgestellt, dass die sprachliche Verständlichkeit für den Erfolg unserer Band Voraussetzung ist. In Berlin war unser Auftritt sinnlos, da haben wir 500 Auslands-Österreicher bespielt, und in Hamburg wurden wir belächelt und als völlig skurril abgestempelt. Aber wir geben nicht auf: Im April spielen wir in Miami, da wird's leichter.


Ihre Lieder wurden ohnehin fast alle ins Englische übersetzt . . .

. . . was vor allem bei unseren Beatles-Covers recht lustig ist, gell? Nein - natürlich sind wir ungemein stolz darauf, dass sich der andere Teil der Welt für unsere Lieder interessiert. Offensichtlich haben die Amerikaner auch kein Problem mit unserem Dialekt, sie haben ja selber einen recht ausgeprägten.


"I wül wieda ham" - Sie haben das ja oft genug gesungen. Wo fühlen Sie sich denn daheim?

Ich habe eine herrliche Wohnung in Graz, da bin ich daheim. Mittlerweile liebe ich die Grazer Stadtgröße von 250 000 Einwohnern: Man hat die Infrastruktur einer Großstadt und trotzdem bin ich in zehn Minuten im Grünen. Früher war mir Graz zu langweilig, weil dort nichts los war, heute ist die Stadt - meinem Alter entsprechend - genau richtig für mich.


Sie besitzen auch zwei Häuser in Griechenland. Bleiben Sie - Ihrem Lied gemäß - "irgendwann dann durt"?

Als der Song entstand, hatte ich noch kein Haus in Griechenland, da wollte ich natürlich dort bleiben. Jetzt ist das nicht mehr nötig. Von Graz aus ist Griechenland nicht weit. Ich verbringe das Frühjahr und den Herbst in Griechenland, bin dann im Sommer und Winter noch ein paar Wochen dort, mag aber zwischendurch immer wieder heim fahren nach Graz. Ich teile das Jahr zwischen Österreich und Griechenland auf - das ist schon ziemlich praktisch.


Welche Musik hören Sie privat?

In erster Linie Rock und Pop. Dann mag ich kubanische Musik sehr gerne und schließlich auch Opern. Aber nur, wenn sie gut gesungen sind. Ob jemand gut singt oder nicht, das hör' sogar ich.


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