Uns gibt's, solange man uns hören will

   05.12.2001, Christian Penz, Kleine Zeitung
   hinzugefügt am 30.07.2003  von Andreas

Das Trio STS auf traditioneller Weihnachtstour durch ebenso traditionell ausverkaufte Häuser. Mit den Erfolgsmusikanten sprach Christian Penz

Was kann man von der aktuellen STS-Tour erwarten?
GÜNTHER TIMISCHL: Wir haben sie "Best of 2001" genannt. Neben unseren Hits spielen wir auch sechs neue Nummern, die wir im Sommer geschrieben und aufgenommen haben.

Es wird also auch bald eine neue Platte geben?
GERT STEINBÄCKER: Die Sache schaut so aus: Von unserer Plattenfirma her haben wir die volle Freiheit und keinen zeitlichen Druck. Wir haben jetzt eben diese sechs neuen Stücke, die wir auf der Tour einfließen lassen. Und sie kommen auch beim Publikum sehr gut an. Aber solange wir keine zwölf Stück haben, die es verdienen, auf einer STS-Platte zu landen, warten wir noch zu. Wann die nächsten sechs fertig sind, wissen wir noch nicht! Das kann nächstes Jahr sein oder auch erst später!

Wie steht's mit dem Austropop? Ein Reizthema für Sie?
STEINBÄCKER: Dieses beschissene Wort! Vor zwanzig Jahren, als wir begonnen haben, haben sie in Italien und Griechenland damit begonnen, in ihrer eigenen Sprache zu singen. Und nichts anderes haben wir getan! Heißt es bei denen aber Italo-Pop oder Greco-Pop? Tatsache ist: Wir sind Sänger in unserem Land, die ihre eigene Sprache verwenden. Vielleicht liegt es an dem nicht vorhandenen Selbstbewusstsein irgendwelcher österreichischer Betrachter, dass Künstler unbedingt in die Schublade Austropop geschmissen werden müssen.
SCHIFFKOWITZ: Als ich in England mein Solo-Album aufgenommen habe, musste sich der Portier zwangsläufig meine Nummern anhören. Eine hat ihm sehr gut gefallen und er hat gemeint, die wird sicher in Österreich rauf und runter gespielt. Ich hab' ihn enttäuschen müssen: "Nein, die ist ja österreichisch." Bei uns scheint es halt momentan modern zu sein, alles, was aus dem eigenen Land kommt, runterzumachen!

STS gibt es jetzt bereits seit 23 Jahren. Werden Sie auch noch im Altersheim zusammenspielen?
STEINBÄCKER: Wir haben irgendwann begonnen zusammenzuarbeiten und das Ganze war bald eine relativ erfolgreiche Angelegenheit. Und solange der Erfolg in irgendeiner Weise anhält, wird es uns geben. Solange die Leute uns hören wollen und wir Lust daran haben, werden wir das machen. Eine andere Lösung gibt's gar nicht!
TIMISCHL: Na ja, wenn wir gesund alt werden, ist das Weitermachen kein Problem!

Wenn Sie an Ihre Anfänge zurückdenken, mit welchen Vorbildern haben Sie Ihre Karriere begonnen?
SCHIFFKOWITZ: Bei mir waren das die Beatles, unsere Fassung von George - Gott hab' ihn selig - Harrisons "Here Comes The Sun" ist ja fester Repertoire-Bestandteil. Dann natürlich Dylan und später The Who und The Kinks.
TIMISCHL: Ganz klar die Beatles!
STEINBÄCKER: Die Rolling Stones und Dylan! Übrigens: Das aktuelle Dylan-Album ist absolut fantastisch, lässig und großartig.

Was liegt bei STS derzeit sonst noch im CD-Player?
SCHIFFKOWITZ: Alles quer durch die Bank. Verstärkt hör' ich im Moment Klassik, aber auch Pearl Jam sind großartig. Natürlich auch alte Sachen, aber nicht jeden Tag, denn beim
Kameradschaftsbund bin ich noch nicht! Rap hingegen mag interessant sein, beeindruckt mich aber nicht, denn ich bin ein Sänger! Was hingegen über dreißig Jahre hinweg ein ewiger
Favorit ist, ist der Chef persönlich, Neil Young.
TIMISCHL: In letzter Zeit hör' ich eher wieder verstärkt Chorgruppen wie zum Beispiel "Yes". Aber auch Sting. Allerdings hör' ich nicht oft Musik, denn während der Tour spielt man eh selbst genug.
STEINBÄCKER: Ich steh' auf Ethno-Geschichten. Sachen aus anderen Ländern und abseits vom Mainstream. Da ich oft in Griechenland bin, hör' ich natürlich viel Griechisches. Sachen, die bei uns leider kein Mensch kennt!

Ihre Lieder sind populäre Klassiker. Wie geht es Ihnen, wenn Sie sie im Radio hören?
SCHIFFKOWITZ: Das ist ganz komisch. Ich kann STS-Lieder nicht unvoreingenommen hören. Ich erinnere mich dabei daran, wie es beim Schreiben war und was man da und dort hätte besser machen können. Ich bin da sicher kein normaler Konsument. Aber ich bin es nach so langer Zeit noch immer nicht gewöhnt, dass ich mir selbst aus dem Radio entgegensinge.

Gibt es einen skurrilen Moment auf der Bühne, den Sie nie mehr vergessen werden?
SCHIFFKOWITZ: Aber sicher! Ich vergess' selten Texte, aber irgendwann bei "Red ma uns das aus" fang' ich allein zum Singen an, hab' schon den ersten Akkord angespielt, aber mir
fallt der Text nicht ein! Normal heißt es "Sieh's einmal auf mei Art". Blankes Entsetzen bei meinen Kollegen, kein Text von mir. Bis sie mir "Sieh's einmal auf dei Art" zugeschrien haben!
STEINBÄCKER: In Klagenfurt, vor zirka 100 Jahren, hab' ich bei einem Lied allein den zweiten Textblock zu singen. Aber er ist mir auch nicht eingefallen! Nur gähnende Leere. Das war zu einer Zeit, wo es uns finanziell noch nicht so gut gegangen ist. Ich hab' mich entschuldigt und gesagt, das war wegen der unbezahlten Heizölrechnung!


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