STS in der Olympiahalle

   26.11.2001, Autor unbekannt, TZ München
   hinzugefügt am 30.07.2003  von Andreas

Viel mehr als Fürstenfeld

Ein bisserl frustrierend muss es für die drei Lagerfeuer-Troubadeure ja schon sein, dass sie immer noch nur an einem Lied festgemacht werden. „STS? Fürstenfeld!“ Dabei haben die Niederösterreicher viel mehr zu bieten als nur diesen Gassenhauer: Sie klingen in ihren besten Momenten (und das waren viele) wie eine der legendären Westcoast-Bands der 70er Jahre. Ein wunderbar kräftiger, mit ausgefeilten Harmonien vollgepackter Satzgesang, rauschte durch die Halle, wenn die drei gestandenen Männer von ihrer Sehnsucht nach einem Leben in der Balance sangen. Wobei das nie mit Öko-Gewinsel oder plakativem Österreichtum verwässert wurde. Starke Typen haben da ein starkes Konzert gegeben (Olympiahalle, ausverkauft).
Außerdem haben sie sich für diese Tournee eine außergewöhnlich gute Band zusammengesucht. Die gab dem Ganzen viel Halt und stellenweise enormen Drive, spielte aber gleichzeitig schön zurückhaltend, wobei auch der Sound auffallend gut war. Manchmal konnte man fest glauben, da wären Crosby, Stills & Nash auf der Bühne – so perfekt klangen Gesang und die Begleitung. Aber was heißt da schon Begleitung: Das wirkte wie aus einem Guss.
In den gut zweieinhalb Stunden fielen nur die Solo-Einlagen der Herren Steinbäcker, Timischl und Schiffkowitz ab. Denn ihre Musik lebt von Zusammenklang der drei Stimmen, was man auch bei den vielen Beatles-Covers hören konnte, die STS in ihrem Programm haben. Das ist unterhaltsam, auch wegen der sympathischen und meistens gescheiten Zwischentexte, und wurde selten langweilig.
„Fürstenfeld“ haben sie natürlich auch gespielt, als letztes Lied vor den vier Zugaben. Hätte es aber gar nicht gebraucht.


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