STS

   1984, Eva Haumer, Music Man
   hinzugefügt am 17.05.2004  von ursula

STS – werdet ihr euch fragen – was ist das?
Ein neuer Verein?
Eine neue, gefährliche Droge?
STS ist weder das eine, noch das andere, es sind einfach drei Freunde, Gert Steinbäcker, Günter Timischl und Schiffkowitz, mit ihrer Übderdosis „G’fühl“

Vielleicht erinnert ihr euch noch: Vor drei Jahren nahmen sich die drei steirischen Musiker eines Beatles-Songs an: „Da kummt die Sunn“, und er wurde so etwas wie ein kleiner Sommerhit. Das, was STS aber kürzlich herausgebracht haben, könnte der ganz große Sommerhit werden. Eine brandneue LP mit dem Titel „Überdosis G’fühl“, auf der eine Nummer schöner als die andere ist, wo einem die Texte wie Dynamit unter die Haut fahren. Natürlich gibt es auch wieder eine Beatles-Nummer: die deutsche Version von „Nowhere Man“, die Texter Schiffkowitz „Irgendwo“ getauft hat. Aber eigentlich möchten STS von dem Image, nur nachsingen zu können, wegkommen, und die Palette der zehn anderen Songs ist so buntgefächert, so herzerfrischend, dass es schwerfällt, sich ein Lieblingslied auszusuchen. Mit kritischen Augenzwinkern packen sie humorvoll aber auch ernst Themen an, die wirklich heiße Eisen sind. Da geht’s um Jugendliche, die sich von Neonazis einfangen lassen („Das neue Vaterland“), um eine junge Frau, die sich sehr verändert hat („I hab die leben g’seh’n“), um exaltierte „Heavy Metal Fans“, oder um das Problem einer Provinzband in Wien („Fürstenfeld“).

POWER IM STUDIO – HARMONIE BEIM GIG

Dass die wunderschönen, neuen Lieder von STS aber auch richtig „rüberkommen“, dafür sorgte Peter Müller, in seinem Soundmill Studio. Er hat eine Nase dafür, welcher Sound zu welcher Nummer passt, und auch die Studiomusiker wurden mit Bedacht ausgesucht: Peter Szammer, der die Gruppe live abmischt, spielte Schlagzeug, Gerd Schuller Piano und Keyboards, Erich Buchebner Bass, Harri Sokal Saxophon, Martin Kunz E-Gitarre, Jakob Murg Zieharmonika und Peter Müller musste auf einem Track eine „dreckige“ Mundharmonika blasen.
STS müssen nun wegen der LP in nächster Zeit auf Soloprojekte verzichten (sie machen Kabarett und schreiben auch Bücher), denn nun heißt es fleißig touren, um das Album den Leuten live näher zubringen. Alle Gigs – das Donauinsel-Fest war erst der Anfang – absolvieren sie im Trio, denn dieses Image behalten sie gerne bei: Drei akustische Gitarren, ein Keyboard und ihre drei harmonisierenden Stimmen stehen live im Vordergrund.


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