CD "Zeit" 1995

   1995, Autor unbekannt, Die ganze Woche
   hinzugefügt am 30.07.2003  von Andreas

Dauerbrenner STS alias Gert Steinbäcker, Günter Timischl und Schiffkowitz haben mit "Zeit" ein neues Album auf den Tisch gelegt. Wir fragten die drei Steirer, was ihnen zu Begriffen um die Zeit noch so alles einfällt. Schiffi machte es am meisten Spaß zu antworten.
Sich Zeit lassen. "Das muß man lernen. Immer wieder lernen. Konkret auf das Album bezogen, haben wir uns diesmal länger Zeit gelassen. Auch aus privaten Gründen. (Anm.: Schiffkowitz verlor seine Freundin vor zwei Jahren nach langer, schwerer Krankheit.) Aber es hat sich, wenn man das Ergebnis betrachtet, hundertprozentig ausgezahlt."
Die Zeit heilt alle Wunden. "Das weiß ich nicht, ob sie die Wunden wirklich heilt oder nur vernarben läßt."
Zeit ist Geld. "Das stimmt in unserem Metier nicht so wie in anderen Berufen. Ganz davon distanzieren kann man sich leider nicht."
Zeitgeist. "Ein nebuloser Begriff. Angebliche Strömungen und gepeitschte Trends. Dabei rennen unsere sogenannten Zeitgeist-Träger den Trends von New York oder was weiß ich wo immer nur hinterher. Man könnt' jetzt 50 Leute fragen, und keiner würd' wissen was das ist: Zeitgeist."
Zeitzeuge. "Einer, der auf die Uhr schaut" (hier mischt sich erstmals Günter Timischl ein)
Zeitlos. "Picasso, Neil Young, die Beatles. Qualität, die den Test der Zeit bestanden hat."
"STS" (erste Ansage von Gert Steinbäcker)
"Das werden wir in 50 Jahren wissen" (Schiffi).
Die guten alten Zeiten. "Die alten Zeiten waren nie gut - oder besser als heute. Aber das Negative verliert sich, das Positive bleibt. Natürlich gibt es Dinge von früher, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Die erste Liebe, vieles, was man zum ersten Mal erlebt hat. Von früher schwärmen, wie klaß die Beatles waren, das kann man nach dem fünften Viertel, von mir aus. Aber dann, lieber Freund, sind wir aufgewacht, und es war 1995. Nostalgie als Lebenseinstellung ist mir zuwider."
Jetztzeit. "Was mich schockiert, ist: Da passiert weltweit eine Öffnung nach allen Seiten, und gleichzeitig kräult ein Nationalismus daher, vor dem mir angst und bang wird. Ich zermartere mich mit dem Gedanken: Was muß passieren daß bei den Menschen wie jetzt in Jugoslawien ein Schalter klickt, der sie zu Bestien macht? Die sind ja auch nicht so auf die Welt gekommen. Wo ist der Schalter? Hab' ich den auch? Was muß passieren, daß er bei mir klick macht?"
Sommerzeit. "Ich fahr seit 17 Jahren jedes Jahr nach Kreta. In Griechenland ist etwas, das mich anzieht. Vor 15 Jahren hab' ich mich mit dem Aussteigergedanken getragen. Heut' will ich nicht mehr auf ganz weg von Österreich. Ich hab' geglaubt damals, ich bin unzufrieden mit daheim. Aber ich hab' die Unzufriedenheit in mir getragen. Das ist wie mit der Freiheit. Die findet man letztlich auch nicht auf der einsamen Insel, sondern nur in sich selbst."


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