Von Zwischengas und Zwischentönen

   21.12.2001, Didi Hubmann, Kleine Zeitung
   hinzugefügt am 17.12.2004  von ursula

HATTRICK: Wir stellten Steinbäcker, Timischl und Schiffkowitz auf den Mobilitätsprüfstand.

ANGESAGT: STS und italienische Polizisten. Zukunft des Autos und warum Außerirdische uns für verrückt halten.

AUF TOUR: Über 5000 Kilometer fuhren die drei im Mulitmedia-Zafira von Opel - mit DVD-Player und Playstation.

Der italienische Polizist war fassungslos. "Sch..., warum du haben nicht früher Fürstenfeld gesagt?" Gnade vor Recht wollte er noch ergehen lassen, weil kein "Austria"-Pickerl an der Heckscheibe klebte. Aber das Strafformular war schon ausgestellt. "Ich müssen strafen", gab er zerknirscht zu, freilich nicht ohne sich als STS-Fan zu outen. Damit stand er nicht alleine da: Ein österreichischer Ordnungshüter ließ Steinbäckers Führerschein in den "Gatsch" fallen. Als er sah, wen er vor sich hatte, säuberte er das Dokument mit der Uniform.
Aber bremsen wir kurz ein. STS haben gerade die erfolgreichste Tournee ihrer Geschichte hinter sich gebracht, ein paar tausend Kilometer waren sie mit dem Multimedia-Zafira von Opel samt DVD und PlayStation unterwegs. Durchaus angetan war man auch in der fixen Rollenverteilung: Steinbäcker ist der Herr Chauffeur, daran wird nicht gerüttelt. "In Wahrheit", feixt Schiffkowitz, "steht er eine halbe Stunde früher auf, packt die Sachen ein, setzt sich das Chauffeurmützerl auf und los geht's". Aber lassen wir ihn doch selbst zu Wort kommen:
STEINBÄCKER: "Ich muss zugeben, dass ich ein ziemlicher Freak für Auto und Maschine bin." Mit 15 gab's eine MC50, an der "wild herumgeschraubt" wurde. 75 statt 40 Stundenkilometer ist das Moped "geflogen", was zu "immer teuren Auseinandersetzungen mit der Polizei geführt hat". Zwei Tage nach seinem 18. Geburtstag saß Steinbäcker auch schon in seinem ersten Auto, einem R4, und wechselte letztlich im Halbjahresrhythmus. "Jede Kiste habe ich mir um 3.000 S gekauft, ein halbes Jahr später war sie eh immer hin ..." So wuchs er zumindest zu einem passablen Mechaniker. Heute dient das Puch-Moped VS 50 (Bj. 57, Top-Zustand) den Grazer Stadtfahrten, eine GS250 Puch und ein Lancia Kappa kleineren Touren und XT500 und ein Jeep den griechischen Abenteuern. Das Wunschauto? "Der Jaguar X-Type, den möcht' ich mir zu meinem 50er gönnen." Zum Fetisch Auto hat er aber ein entspanntes Verhältnis: "Das Fahren selbst bewegt mich nicht." Außerdem: "Es ist oberflach, wenn Menschen nach ihren Autos beurteilt werden."

SCHIFFKOWITZ: "Bei einem Auto ist für mich entscheidend, dass es nicht mein ästhetisches Grundempfinden beleidigt." Das sit gerade ein Opel Astra, früher waren es R4 und 2 CV - "die Einzigen, die mit Normalbenzin gefahren sind und wenig verbraucht haben." Grundsätzlich faszinieren Schiffkowitz, der als Anhalter ganz Europa "erfuhr" ("Einer wollte mich in einem Nachtklub verschleppen"), keine Autos, denn "Wir stauen von der Mobilität in die Immobilität. Wir fahren zu viel, mich eingeschlossen. Wenn uns ein Besucher von einem anderen Stern zuschaut, der muss uns für Verrückte halten - weil immer nur einer in der Kiste sitzt." Und: "Als leidenschaftlicher Bahnfahrer muss ich eines anmerken: Die ÖBB schaffen es, Zugfans das Reisen zu verderben, im Vorstand muss wo die Autolobby sitzen."

TIMISCHL: "Einen Porsche nehme ich nur geschenkt. Weil den kann ich dann verkaufen und mir mit dem Geld ein paar neue Gitarren leisten." Dabei hat er zumindest mit einem Porsche-Motor Erfahrung: "Unser erster Tourbus von Magic hatte eine Porsche-Motor, der ist samt unserer Anlage lockere 160 gelaufen." Aber der Speed interessiert ihn bis heute nicht, dabei hat Timischl ganz tief in die Materie Auto gelugt: Er besitzt so den C-Führerschein, jobbte als LKW-Fahrer. "Einer der 50 Jobs meiner Karriere ..." Vielleicht bleibt der passionierte Mitsubishi-Fahrer (Lnacer, Colt) deshalb dabei: "Ein Auto ist für mich ein Werkzeug, mehr nicht."


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