Ergraut in aller Frische

   20.12.2004, Tina Veit, Kleine Zeitung
   hinzugefügt am 20.12.2004  von Riky

STS, steirischer Dreiklang, muss wegen Timischls akuter Stimmbandentzündung Konzerte in Wien und Graz absagen. Ersatztermine stehen.

Auch wenn sich die Rockermähne gelichtet hat, der Schnurrbart ergraut ist und das Zottelhaar silbrig glänzt – die mittlerweile reife steirische Combo hat nichts an Lebendigkeit und musikalischer Frische eingebüßt. Steinbäcker, Timischl und Schiffkowitz stehen seit einem Vierteljahrhundert für erdigen Austro-Pop und beweisen dies bei ihrem Heimspiel in Graz herzverbundener denn je.

In der ersten Spielhälfte räumt das dreiblättrige STS-Kleeblatt vor allem den Liedern ihres „Herzverbunden“-Albums reichlich Platz ein und zeigt sich durch den vielfältigen Einsatz von jazzigen Instrumenten (Franz Zettl) innovativ. Auch wenn das Mitsingen bei den neueren, eher weniger rebellischen Liedern auf Anhieb nicht gelingen mag, ist die Verbundenheit mit dem Publikum bis über die Zehenspitzen hinaus zu spüren. Schlichtheit und Zärtlichkeit dominieren, verkommende Werte unserer „Hektomatik-Welt“ werden „Für a paar Stunden“ wieder an die richtigen Stellen gerückt. Der „Vulkan“ lodert sanft, aber nachhaltig.

Wunschkonzert

Mit zahlreichen Solonummern gelingt es den zwei „S“ der Band nicht nur, ihr kränkelndes „T“ zu schonen, vor allem aber die individuelle Dreifaltigkeit von STS zu unterstreichen. So brilliert Schiffkowitz als griechischer Gegenpart zu Steinbäcker in „O Xenos“. Doch merklich wird gegen Ende der ersten Hälfte in den Reihen der ausverkauften Grazer Stadthalle der Wunsch nach altbewährtem Liedgut laut. Und so bekommt man nach der Pause die eingeforderten „alten Hadern“ serviert. Weder fehlt die ersehnte Hymne an alle Opas noch bleibt „Das Wunder meiner Seligkeit“ unbesungen.

Als die steirischen Dialekt-Rocker ihre Heimweh-Hymne „Fürstenfeld“ anstimmen, sorgen schunkelnde Fans schließlich noch für Lagerfeuerromantik und Schihüttenzauber, soweit das in der Stadthalle überhaupt möglich ist. Längst stehen die Fans vor der Bühne und betteln um Zugaben, bis schlussendlich „Auf a Wort“ auch noch „Die Sunn’ kummt“ und alle gemeinsam „Aufs Land fahren“.

Ersatztermine: 4. Februar 2005, Stadthalle Wien; 10. Februar 2005, Stadthalle Graz. Karten behalten ihre Gültigkeit.


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