STS Feuer der österreichischen Seele

   5.2.2005, Antonia Groll, Wien.ORF.at
   hinzugefügt am 06.02.2005  von Riky

STS - Feuer der österreichischen Seele
Es waren wohl abertausende kleine österreichische Seelenfunken, die in dieser "Radio Wien"- Konzertnacht übersprangen. Die Stadthalle war am Freitag restlos ausverkauft für die "Herzverbunden"-Tour - und doch meinte man, mit Gert Steinbäcker, Günter Timischl und Schiffkowitz am lodernden Lagerfeuer zu sitzen. Ehrliche Texte, vertraute Stimmen, Gänsehaut und drei Männer, die auf der Bühne so authentisch sind wie ihre drei Buchstaben: STS.



Seit 1978 begleitete die Band so manchen Fan durchs ganze Leben. Herzverbunden, melancholisch und so vertraut.

"Jung, fesch und dynamisch", begann das Trio, "– waren wir mal. Jetzt sind wir nur mehr fesch und dynamisch". Die Steirer starteten mit drei Liedern des 2003 erschienenen Albums "Herzverbunden", um dann immer weiter in die STS-Geschichte zurückzugreifen.

"STS war irgendwie schon immer da", sagte eine junge Besucherin. Wahrhaftig herrschte ein merkwürdiges Gefühl der Vertrautheit: Für so manchen sind die Lieder dieser Band, die seit 1978 besteht, wie ein Streifzug durch die eigene Biographie – und die eigene Seele.

"Diese Melancholie, das ist doch die österreichische Seele durch und durch", sagte ein Fan. "Das Feuer" erklang, und die Seelen glühten – wie das Feuer zwischen den drei Musikern: "Wir können noch immer miteinander. Das Feuer brennt – und zwar recht ordentlich!"



Urlaubshymne "Irgendwann bleib i dann dort"

Die Leichtigkeit: auf mein' Rück'n nur dei Hand
Nach der Pause wurden die Band'ln aus die Haar gegeben und STS zeigte, dass die österreichische Seele auch ganz anders kann: Die Leichtigkeit von "Gö, du bleibst heut Nacht bei mir" löste Jubelsalven aus, die zum fließenden Übergang wurden für "Wunder meiner Seligkeit" (eigentlich ja "Söligkeit"). Immer blieb das Gehabe der drei Austropop-Ikonen dabei so unspektakulär, dass es schon wieder erfrischend war.

Und dann, irgendwo zwischen Melancholie und Leichtigkeit entzündete sich ein Lichtermeer im Publikum: "Darauf gebi dir mei Wort, irgendwann bleib i dann dort!" Der Herzinfarkt, der "mi mit 40 in die Windln prackt" kommt laut der neuesten Textversion übrigens erst mit 60 – Gott sei Dank.



Überraschung zu später Stunde: Die Musiker erhielten Platin für ihr jüngstes Album.

Wien hat mi gar net verdient? Oh doch.
Erst aber als einer kam, der bei den Österreichern einen besonderen Platz einnimmt, riss es alle von den Stühlen und die Massen stürmten zur Bühne: "Großvater". Das Lied, das "Radio Wien"-Hörer kürzlich in die Top 3 ihrer "Besten Hits aller Zeiten" wählten.

Zu guter Letzt wurde den Musikern auf der Bühne Platin für "Herzverbunden" überreicht. Und es kam, was noch kommen musste: "Fürstenfeld" – nicht gerade eine Hommage an Wien, aber die Wiener ergingen sich in Begeisterungsstürmen. Da applaudierten S, T und S: "Ihr seid's ein fantastisches Publikum – ihr habt’s uns wirklich verdient!"

Antonia Groll, wien.ORF.at


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