Keine Unterhaltung

   7.12.2001, Peter Gnaiger, Salzburger Nachrichten
   hinzugefügt am 07.02.2006  von Riky

"Keine Unter-Haltung"

Heute Abend (7. Dezember) findet noch ein Konzert von STS in der Sporthalle Alpenstraße statt. Life sprach mit Günter Timischl. PETER GNAIGER

Am Beginn war "Da kummt die Sunn". "Das Lied hat 1978 jeder gesungen. Aber die Gruppe STS hat keiner gekannt", erinnert sich Günter Timischl - das T der Gruppe. Der Termin mit dem Künstler fand an einem der letzten sonnigen Tage im Spätherbst statt. Timischl saß auf der Terrasse eines Salzburger Hotels und genoss die Sonnenstrahlen. "Ein guter Tag, um in Erinnerungen zu schwelgen", meint er.

Jedes Kind kennt die drei sympathischen weltoffenen Steirer, die reihenweise Lieder geschrieben haben, die man als geheime österreichische Hymnen bezeichnen darf. Der "Groß-vater", "Irgendwann bleib i dann dort", "Fürstenfeld", ... Jedes dieser Lieder traf mitten ins Herz.

Gibt man heute im Internet die drei Buchstaben STS ein und klickt auf "Suche", dann werden mehr als 17.000 Treffer präsentiert: Vom Schweizer Tierschutzverein über Marketing bis zu einer Raumfahrtfirma reicht das Angebot. Trotzdem: In Österreich bedeutet STS für jeden Steinbäcker, Timischl, Schiffkowitz.

"Das war nicht immer so", erinnert sich Timischl. "Zuerst haben wir uns ja auch Steinbä-cker/Timischl/Schiffkowitz genannt. Das war kein wirklich guter Name. Wir haben uns dann für die Initialen entschieden und ein Logo entworfen. Zuerst haben uns die Leute mit SCS, der Shopping City Süd, verwechselt. Jetzt ist das anders. Das Imperium schlug zurück", lacht er. Günter Timischl gilt als der Ruhige in der Gruppe. "Dass dieser Eindruck entstand, liegt wahrscheinlich daran, dass ich schon mit 9 Jahren auf Bühnen gestanden bin. Ich kannte die Schulterklopfer nur zu gut. Deshalb hab ich von Beginn an immer auf die Burschen beruhigend eingewirkt. Aber glaub mir: Ich kann schon lebhaft sein." Aber es tue einer Gruppe auch gut, wenn jeder seine Fä-higkeiten genau kennt, sagt Timischl: "Der Gert ist der Beobachter, der Schiffkowitz der Vergeistigte und ich bin der Verspielte. Alles zusammen ergibt STS. So einfach ist das."

Den nahezu unheimlich anmutenden Erfolg der aktuellen Tournee glaubt er ein wenig Ö3 verdanken zu dürfen. "Seit uns die nicht mehr spielen, wollen uns die Leute wie wild hören", lacht er.


"Wichtig ist, dass man glaubhaft bleibt"

"Im Ernst: Ich glaub, das Wichtigste bei uns ist, dass wir nach wie vor glaubhaft wirken. Eine wichtige Entscheidung war für uns in den frühen achtziger Jahren, dass wir mit Fürstenfeld nicht der Einladung von Dieter Thomas Heck in die ZDF-Hitparade Folge leisteten." An das Telex, das sie dem Schnellredner geschickt haben, erinnert er sich noch ganz genau: ",Wir machen keine Unter-Haltungsmusik sondern Musik mit Haltung' - Juii, hat der getobt. Das war aber nicht bös gemeint. Wir wollten uns schlicht und einfach bei der eigenen Plattenfirma positionieren. Wenn wir da hingefahren wären, dann hätten wir damals in Deutschland zusätzlich Hunderttausende Platten verkauft, hätten dann aber ausschließlich Gaudi-Musik abliefern müssen", erklärt Timischl.

"Fürstenfeld war überhaupt so ein Lied, das uns als Gruppe ganz gut beschreibt", fährt er fort. "Das hat der Schiffkowitz geschrieben, um sich über mich lustig zu machen", schmunzelt er. "Der behauptet immer, meine Lieblingsbeschäftigung ist Heimfahren. Als er es vorspielte, war ich sauer. Da ist der Gert mit mir einen Kaffee trinken gegangen und ich hab eingewilligt. Als wir zurückkamen war der Schiffkowitz sauer, weil ich sauer gewesen bin. Dann ist der Gert mit ihm einen Kaffee trinken gegangen." Der Rest ist Geschichte. Dass es frisch und munter weitergeht, darüber brauchen sich STS-Fans keine Sorgen machen. Timischl: "Bei der aktuellen Tour haben wir sechs neue Lieder im Programm. Das ist eine Art Probelauf für die neue CD, die im Frühjahr erscheint. "Kommt schon gut an", freut er sich.


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